ARD-Klassiker "Großstadtrevier": 20. Staffel von "Deutschlands bester Kultserie"
zuletzt aktualisiert: 13.01.2006 - 12:54Berlin (rpo). Wohl keine anderes TV-Format transportiert die raue und zugleich herzliche Mentalität Hamburgs so in die Wohnzimmer der Republik wie es der ARD-Klassiker "Großstadtrevier" vermag. Da kann es nicht erstaunen, dass die Serie 2005 zur "besten Kultserie Deutschlands" gewählt wurde. Am Montag startet die 20. (!) Staffel um das Revier auf dem Kiez.
"Wenn der Schutzmann ums Eck kommt, nimmt der Ede Reißaus, weil der Ede den Schutzmann nicht mag", singt Truck Stop in dem eingängigen Titelsong zur ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier". Die Musik stimmt seit der ersten Folge am 16. Dezember 1986 auf die menschlichen Geschichten aus Hamburg ein.
Am Montag um 18.50 Uhr startet der beliebte Dauerbrenner von der Waterkant in die nunmehr 20. Staffel - mit 16 neuen Episoden rund um den Kiez. An der Seite von Serienliebling Dirk Matthies (Jan Fedder) komplettieren wieder Streifenpolizistin Katja Metz (Anja Nejarri), das Zivilfahnder-Duo Henning Schulz (Till Demtroeder) und Hariklia "Harry" Möller (Maria Ketikidou), Hauptmeister Lothar Krüger (Peter Heinrich Brix), Innendienstbeamter Fabian Brandt (Tommaso Cacciapuoti) sowie Chef Bernd Voss (Wilfried Dziallas) die Crew vom 14. Revier.
Regisseur Jürgen Roland ("Stahlnetz") erfand einst das "Großstadtrevier". "Die Serie handelt im Gegensatz zum 'Tatort' nicht vom schweren Verbrechen, sondern beinhaltet die Alltagskriminalität. Wir erzählen von den kleinen Leuten", beschreibt der zuständige Redakteur Bernhard Gleim vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) im ddp-Gespräch. Weiterhin sei es eine Familienserie: "Die Polizisten mögen sich, sind befreundet und stehen für gewisse Charaktereigenschaften, die das Publikum mit ihnen assoziiert", erklärt Gleim.
Extrovertierter Polizeiobermeister Matthies
Zur "Familie" der ersten Stunde gehörte neben Schauspieler Arthur Brauss als Richard Block (bis 1991) auch Mareike Carrière als Ellen Wegener. Ihr zweiteiliger Ausstieg 1994, bei dem sie in ihrer unvergesslichen Rolle stirbt, markiert mit jeweils rund sieben Millionen Zuschauern den bislang höchsten Zuspruch in der Serie.
Nach zwei Gastauftritten stieg Fedder im Oktober 1992 endgültig in die Serie ein und spielte sich als extrovertierter Polizeiobermeister Matthies in den Vordergrund. "Er ist ein Phänomen, einer der letzten Volksschauspieler hierzulande", lobt Gleim und fügt hinzu: "Er verinnerlicht eine Mischung aus Ordnungshüter und anarchischem Charakter. Er kann geradeheraus, herzhaft, herzlich sein, eben ein typischer Hamburger Jung." Der 51-jährige Fedder selbst gestand in einem Interview, dass er ohne das "Großstadtrevier" nicht mehr leben könne und wolle.
Der 2005 von den Lesern der "Hörzu" zur "besten deutschen Kultserie" gewählte Klassiker hat laut Gleim durch seine prägnanten Schauplätze wie Hafen und St. Pauli einen enormen Wiedererkennungswert: "Die Zuschauer glauben, dass Hamburg so ist, wie hier gezeigt. Das 'Großstadtrevier' ist Fernsehgeschichte, weil es für ein Stück volkstümliches Hamburg steht." Unter den durchschnittlich fünf Millionen Zuschauern der 19. Staffel (2005) waren neben der Hansestadt und Schleswig-Holstein erneut besonders viele Fans aus Bayern.
Eine dubiose Brautentführung
Um das Niveau zu halten, hat sich das Format vorsichtig modernisiert. Regelmäßig dürfen auch junge Regisseure, Kameraleute und Autoren die mittlerweile mit mehr Szenen gefüllten Folgen inszenieren. "Aber es bleibt eine klassische Serie, bei der wir aufpassen müssen. Bei Mercedes haut man auch nicht den Stern von der Haube", betont Gleim.
In der ersten neuen Folge verliebt sich Katja Metz, die bereits sechste Partnerin von Matthies, in einen gedächtnislosen Verdächtigen. Zudem müssen eine dubiose Brautentführung, die verschwundene Kasse des Damenteams vom ASV Bergedorf 85 und eine Razzia im Boxer-Milieu auf der Reeperbahn mit Gaststar Sven Ottke aufgeklärt werden - eben "viel Schatten, viel Licht, hier im Großstadtrevier", wie Truck Stop singt.
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