ZDF-Telenovela "Lena - Liebe meines Lebens": 240 Folgen lieben, täuschen, hassen
zuletzt aktualisiert: 20.09.2010 - 15:17Berlin (RPO). Es ist ein wahrlich dramatischer Abgang: "Wenn es sich lohnt, für etwas zu sterben, dann ist es die Liebe", spricht der adlige Held und versinkt, von einer Kugel getroffen, im Pool. Eigentlich ein dummer Spruch, denn was hat man von Liebe und Leben, wenn man stirbt? Das ZDF hofft dennoch auf einen Erfolg. Mit dieser Szene beginnt am Montag (20. September, 16.15 Uhr) die neue ZDF-Telenovela "Lena - Liebe meines Lebens".
Im Rückblick wird erzählt, was in den sechs Monate zuvor zum endlichen Todesschuss geführt hat: 240 Folgen lang, jeweils 43 Minuten, jeden Montag bis Freitag.
Jede Sendeminute hat "einen mittleren vierstelligen Eurobetrag" gekostet, heißt es beim ZDF. Der Sender erhofft sich eine "mittlere Einschaltquote" und träumt sogar von 65 Prozent Marktanteil. So viel brachte das Vorbild "Don Juan y su bella dama" in Argentinien. Dort wurde es von Endemol produziert und jetzt nach Deutschland gebracht.
Mit entsprechenden Anpassungen, erzählt Quirin Berg, als Produzent für "Das Leben der Anderen" mit einem Oscar ausgezeichnet und von Endemol zum "Lena"-Joint Venture gewonnen. Zu den Anpassungen gehört die Selbstverständlichkeit, mit der hierzulande Frauen berufstätig sind. Und dass deutsche Polizisten nicht so korrupt sind wie in argentinischen TV-Serien.
Intrigieren und täuschen, lieben und hassen
Das Verbrechen, Erbschleicherei inklusive, ist ein Handlungsstrang. Andere sind Liebe, Triebe und Hass, Karriere und Musik. Dafür stehen mehr oder weniger bekannte Schauspieler wie Jessica Ginkel ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten") als Titelheldin Lena, Max Alberti (auch Drummer bei Jamaram) als reicher Adliger David von Arensberg, Jenny Jürgens ("Ein Schloss am Wörther See") und Joachim Raaf ("Die Rosenheim-Cops") als Lenas Eltern, Isabell Varel ("Rote Rosen") als Lenas Tante, schließlich der Bühnenstar Johanna Liebeneiner als Davids Oma.
Sie und noch einige andere intrigieren und täuschen, lieben und hassen sich - mal offen, mal heimlich in Köln und einem Schloss am Rhein. Alles in "höherem Erzähltempo als in diesem Genre üblich, so Heike Hempel, Leiterin der ZDF-Hauptredaktion, um die Spannung um die zentrale Geschichte zu steigern: Lena und David verlieben sich ineinander, und David verhilft Lena zu einer Karriere im Musikgeschäft.
Wenn einmal in Großaufnahme Frauenhände zu sehen sind, die Klavier spielen - es sind nicht die eines Duobles, sondern die von Ginkel höchstpersönlich. "Ich habe das wohl seit 15 Jahren nicht mehr getan und war ganz erstaunt, dass ich das noch konnte", freut sich die 30- Jährige. Und auch ihre Sangeskünste wurden entdeckt. "Eigentlich sollte ich synchronisiert werden", erzählt sie, "aber als ich einmal zur Probe summen sollte, meinte man, ich brauche kein Sing-Double".
"So ein Tagebuch im Internet?"
Auch Isabel Varel entdeckt völlig neue Fähigkeiten, allerdings nur in ihrer Rolle als lebenslustige Tante. Als solche soll sie im ZDF-Blog die Lena-Fans stets auf dem Laufenden halten. Privat weiß sie nicht einmal, was ein Blog ist: "So ein Tagebuch im Internet?" Denn ihre Freizeit verbringt sie statt mit Facebook lieber mit der Familie und arbeitet an einem Album. Deshalb ist sie auch froh, dass sie im Dezember für eine Tournee drehfrei hat.
Die anderen müssen durcharbeiten, noch bis Mitte 2011. Das macht sicher Spaß, wie das Ensemble einmütig verkündet. Aber es sichert auch das Einkommen, wie Jenny Jürgens angesichts der Branchenkrise freimütig zugibt. Vielleicht ja auch länger als nur ein Jahr. Denn ob der Held - ähnlich wie der legendäre Bobby Ewing in "Dallas" - wieder von den Toten aufersteht und "Lena" damit fortgesetzt wird, will man sich beim ZDF offen halten.
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