TV-Kritik: Waldis WM-Club: 30 Minuten heiße Luft
VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 - 08:09Düsseldorf (RPO). Die ARD präsentiert sich stets als letzte Bastion für Qualität im deutschen Fernsehen. Will der Sender dies auch weiterhin tun, sollte er dringend das Konzept der Fußball-Gute-Laune-Runde "Waldis WM-Club" (gestern, 23.30 Uhr) überdenken.
Beginnen wir mir dem Wort eigentlich. Denn eigentlich ist es eine gute Idee, nach einem Länderspiel in lockerer Runde über die eben erlittene Pleite zu lästern. Und eigentlich ist Waldemar Hartmann ein Moderator, der solide bis unterhaltsam durch ein "Sport-Event" zu führen weiß. Und auch die Gäste waren eigentlich okay. TV-Kommissarin Michaela May (toll in "Polizeiruf 110), Komiker Eckhart von Hirschhausen (durchaus witzig) und Fußballtrainer Felix Magath (Spitzname: Quälix) hatten an Waldis Stammtisch Platz genommen.
Und dann? Nix. Aber auch gar nix. Zuerst erklärt Frau May minutenlang, dass die Niederlage gegen Norwegen auch etwas Gutes habe. Schließlich könne es jetzt nur noch besser werden. Soso. Magath beantwortet die Frage, ob uns die Pleite Sorgen machen sollte, schlicht mit: "Nein!". Aha. Hirschhausen versucht einen Witz mit der Pointe "finnische Sauna", der ihm wohl selbst ein bisschen peinlich ist. Puh...
So geht das weiter. Hartmann witzelt: "Stell dir mal vor, der Ecki (gemeint ist Hirschhausen) wird Humor-Trainer in Wolfsburg. Dann lachen die Spieler, wenn sie die Treppen hoch und runter laufen müssen". Oder so ähnlich. Eigentlich auch egal. Nur Hartmann lacht. Es tut ein bisschen weh, ihn so leiden zu sehen.
Der TV-Zuschauer sitzt ratlos vor dem Empfangsgerät. Als Hirschhausen dann aus Verzweiflung verkündet, dass Lachen eben doch die beste Medizin sei, hat man nur noch eine Wahl: Ganz schnell abschalten.
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