Letzte Show mit Schmidt am Dienstag: Anke Engelke beerbt Harald Schmidt
zuletzt aktualisiert: 23.12.2003 - 13:48Hamburg (rpo). Anke Engelke wird Nachfolgerin von Talkshow-Moderator Harald Schmidt. Sie geht ab Frühjahr viermal wöchentlich mit einer eigenen LateNight-Show auf Sendung.
Am Tag des Abgangs von Harald Schmidt am Dienstag gab SAT.1 bekannt, dass die 38-Jährige Drei-Jahres-Vertrag für eine Late-Night-Show unterschrieben hat. Die Engelke-Show startet im Frühjahr und soll vier Mal in der Woche ab 23.15 Uhr zu sehen sein. Engelke erklärte: "Es ist die größte Herausforderung, die das deutsche Fernsehen bietet. Für jeden, der Spaß an Unterhaltung hat, ist Late Night die schönste Sache der Welt."
SAT.1-Chef Roger Schawinski kündigte an, der Sender entwickele gemeinsam mit der Kölner Produktionsfirma Brainpool "eine klassische Late-Night, die auf die Talente von Anke Engelke zugeschnitten ist und eine verlässliche Aktualität bietet". Er fügte hinzu: "Deutschlands einzige echte Late-Night-Show wird es damit auch weiter in SAT.1 geben."
Mit der Verpflichtung von Anke Engelke habe sich der Sender das größte Weihnachtsgeschenk selbst gemacht. "Anke Engelke ist nicht nur Deutschlands witzigster, sondern auch vielseitigster weiblicher Star - meine Traumbesetzung", erklärte Schawinski.
Anke Engelke macht damit abermals einen großen Karrieresprung: Sie ist bereits Deutschlands erfolgreichste Comedy-Frau. Die seit zwei Jahren laufende Sketch-Sendung "Ladykracher" wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet, und Anke Engelke brachte sie zum dritten Mal in Folge den Titel "Beste Komikerin" ein.
Ihre Karriere bei SAT.1 startete 1996 bei der satirischen "Wochenshow". Engelke glänzte unter anderem mit einer Parodie auf Popsängerin Ricky von Tic Tac Toe, als lispelnde Blondinen-Wetter-Ansagerin oder als Emanze aus der Justizratgeber-Persiflage. Seit 1999 präsentiert sie regelmäßig mit "Danke, Anke!" die Muttertags- und Weihnachtsshows in SAT.1.
In ihrer eigenen Sitcom unter dem Titel "Anke" spielte sie die Moderatorin einer täglichen Talkshow. Als Schauspielerin war sie in "Liebesluder" von Detlev Buck im Frühjahr 2000 erstmals auch im Kino zu sehen. Im Juni 2002 startete sie mit Olli Dittrich drei improvisierte Blind-Date-Geschichten beim ZDF unter dem Titel "Taxi nach Schweinau".
25 Jahre Fernseherfahrung
Anke Engelke verfügt bereits über 25 Jahre Fernseh-Erfahrung. Schon mit 13 moderierte sie täglich Kindersendungen im ZDF- Ferienprogramm. Anke Engelke war Redakteurin und Moderatorin beim damaligen Radiokanal SWF3, wo sie Comedy-Star in der "Gagtory" war.
Außerdem ist sie Sängerin, seit 1989 ständiges Mitglied der Band "Fred Kellner und die famosen Soul Sisters", und Synchronsprecherin. Anerkennung fand auch ihre dreisprachige Moderation der Berlinale 2003. Engelke, am 21. Dezember 1965 in Montreal (Kanada) geboren, ist dreisprachig aufgewachsen.
An Brainpool ist Engelke zusammen mit anderen TV-Künstlern durch Aktienanteile beteiligt. Die Produktionsfirma, die zur VIVA-Gruppe gehört, hatte in den drei Anfangsjahren ab am 5. Dezember 1995 auch die "Harald Schmidt Show" hergestellt; danach setzte Schmidt seine eigene Produktionsfirma Bonito-TV ein.
Harald Schmidt geht in eine unbefristete "kreative Pause". Er hatte am 8. Dezember völlig überraschend seinen Ausstieg angekündigt. Am 4. Dezember hatte der neue Besitzer der ProSiebenSAT.1 Media AG, Haim Saban, den Schweizer Roger Schawinski zum neuen Geschäftsführer bestellt. Nach dessen Angaben hat Harald Schmidt von sich aus entschieden, erst einmal aufzuhören.
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