Volksverhetzung: Anzeige gegen NDR wegen "Tatort"
zuletzt aktualisiert: 24.12.2007 - 10:27Berlin (RPO). Die Alevitische Gemeinde Deutschland hat bei der Berliner Polizei Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Die Anzeige richtet sich gegen eine "Tatort-"Folge des NDR, die am Sonntagabend ausgestrahlt worden war.
Bei der Berliner Polizei ist nach der Ausstrahlung der ARD-"Tatort"-Folge "Wem Ehre gebührt" eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung eingegangen. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp und bestätigte damit einen Vorabbericht der "Berliner Morgenpost" (Donnerstagausgabe). Dem Blatt zufolge kommt die Anzeige von der Alevitischen Gemeinde Deutschland.
In dem TV-Krimi, den die ARD am Sonntag gesendet hatte, war es um Inzest innerhalb einer alevitischen Familie gegangen. Zunächst hatte die alevitische Dachorganisation den Angaben zufolge noch versucht, die Ausstrahlung zu verhindern, der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe sich allerdings auf die Pressefreiheit berufen und an seinem Programm festgehalten. Weil über die Feiertage hinweg keine zivilrechtliche Entscheidung möglich gewesen sei, sei nun vom Berliner Verein Anatolischer Aleviten im Auftrag der Alevitischen Gemeinde Deutschland Strafantrag gestellt worden, schreibt das Blatt.
Der NDR hatte mit einer Anmerkung im Vorspann auf die Kritik der Alevitischen Gemeinde an dem Film reagiert. Vor Beginn des Krimis wurden die Zuschauer darauf hingewiesen, dass der Inhalt rein fiktiv sei. NDR-Programmdirektor Fernsehen Volker Herres hatte zuvor betont: "Es geht in dieser 'Tatort'-Folge nicht darum, religiöse Gefühle zu verletzen oder Vorurteile gegen die alevitische Glaubensgemeinschaft zu untermauern."
Die Aleviten sind eine islamische Religionsgemeinschaft.
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