Bavaria Film: ARD: Konsequenzen aus Skandal um Schleichwerbung
zuletzt aktualisiert: 02.07.2005 - 14:25Hamburg (rpo). Die ARD hat wegen des Schleichwerbungsskandals um die von ihr beauftragte Produktionsfirma Bavaria Film rechtliche Konsequenzen angekündigt. Dem Bericht eines Nachrichtenmagazins zufolge hat es bereits Kündigungen gegeben, außerdem sind Vertragsstrafen geplant.
"Wir haben deutlich gemacht, dass wir die vorgesehenen Vertragsstrafen in Höhe von zehn Prozent des Auftragsvolumens einfordern werden", sagte der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Thomas Gruber dem "Spiegel". Dies werde "für die Bavaria zu erheblichen finanziellen Belastungen führen", so Gruber nach einer Aufsichtsratssitzung der Bavaria, in deren Kontrollgremium er selber sitzt.
Zuvor hatten die Bavaria-Gesellschafter beschlossen, zwei Chefproduzenten und den Chefdramaturgen der hauptsächlich betroffenen Serie "Marienhof" mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Bavaria-Geschäftsführer Thilo Kleine kam mit einer Abmahnung davon. "Herr Kleine hat glaubhaft beteuert, von der Sache in ihrer Dimension nichts gewusst zu haben. Die Prüfer konnten nichts anderes nachweisen", sagte Gruber dem Magazin.
Nach den Befunden der externen Prüfer der KPMG und einer internen Revision, die unter anderem 117 verbotene Schleichwerbefälle in rund tausend Folgen der Serie "Marienhof" bestätigten, kündigte Gruber ferner eine Ausdehnung der neu beschlossenen Kontrollmechanismen auch auf andere Produzenten und ARD-Programme an. "Ich werde mich dafür stark machen, dass es künftig ARD-weit nur noch Verträge gibt, die schmerzhafte Strafen für Schleichwerbung festlegen", so Gruber.
Zudem müssten künftig jegliche Vereinbarungen mit Dritten über finanzielle oder geldwerte Leistungen offen gelegt werden. "Nichts wäre schlimmer, als wenn scheibchenweise neue Fälle auftauchten", sagte Gruber. Die Bavaria habe der ARD "unbestreitbar schweren Schaden" zugefügt. "Da gibt es nichts zu verniedlichen."
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