Zeitungsbericht: ARD-Sportmann Boßdorf ein Stasi-Spion?
zuletzt aktualisiert: 02.12.2005 - 12:06Berlin (rpo). Wegen angeblicher Stasi-Verstrickungen gerät der ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf erneut in die Kritik. Einem Zeitungsbericht zufolge soll der Journalist Ende der 80er Jahre als Student für die DDR-Auslands-Spionageabteilung HVA drei Göttinger Studenten ausspioniert haben.
Dies berichtet die Zeitung "Die Welt". Erst jetzt seien Akten der Birthler-Behörde aufgetaucht, die die Vorfälle belegen. Aus dem Dokument gehe auch hervor, dass sich Boßdorf unter dem Decknahmen "Florian Werfer" als Informeller Mitarbeiter (IM) regelmäßig mit Führungsoffizieren über die "Aufrechterhaltung bzw. Gestaltung" der westdeutschen Kontakte beraten habe.
Laut "Welt" fanden die Treffen in einer konspirativen Wohnung des Staatsicherheitsministeriums statt. Boßdorf habe sich den Unterlagen zufolge auch zur "Schweigepflicht (...) gegenüber seiner Ehefrau" verpflichtet. Die Akte umfasst dem Bericht nach 80 Seiten.
Den Akten liegt nach Angaben der Zeitung auch eine Personeneinschätzung bei, in der es heißt, Boßdorf betrachte seine geheimdienstliche Tätigkeit "nicht als Spitzelei oder Aushorchen". Vielmehr hege er "große Achtung (...) vor solchen Genossen, wie den Kundschaftern Guillaume, da er sie persönlich während eines Forums kennen lernen konnte."
Der NDR-Sprecher Martin Gartzke sagte zu dem Zeitungsbericht: "Nach allen dem NDR vorliegenden Informationen hat Hagen Boßdorf keine Verpflichtungserklärung als inoffizieller Mitarbeiter (IM) der DDR-Staatssicherheit unterschrieben. Dass Herr Boßdorf Kontakte zur Stasi hatte, ist nicht neu, sondern war auch schon zum Zeitpunkt seiner Berufung zum ARD-Sportkoordinator bekannt.
Insbesondere ergibt sich aus der dem NDR seitens der Birthler-Behörde übermittelten Aktenlage, dass Hagen Boßdorf im Zuge seiner Kontakte zur Stasi zu keinem Zeitpunkt DDR-Bürger belastet hat. Ende der 80-er Jahre war Hagen Boßdorf Anfang zwanzig. Er ist seit 13 Jahren in verschiedenen Funktionen erfolgreich für die ARD tätig. Vor diesem Hintergrund und in Kenntnis der Sachlage sahen weder die Leitung des NDR noch der Verwaltungsrat einen Hinderungsgrund, mit Hagen Boßdorf einen Vertrag als NDR Sportchef abzuschließen."
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