Beirut: Attentat auf regierungskritischen libanesischen Journalisten
zuletzt aktualisiert: 02.06.2005 - 14:34Beirut (rpo). Der regierungskritische Journalist Samir Kassir wurde am Donnerstag morgen von einer in seinem Auto versteckten Bombe getötet, wie die Polizei in Beirut mitteilte. Der scharfe Kritiker Syriens attakierte in seinen Artikeln vor allem den prosyrischen libanesischen Präsidenten Emile Lahud. Im Libanon laufen derzeit Parlamentswahlen.
Der Oppositionspolitiker Walid Dschumblatt machte Überreste des syrischen Geheimdienstes, der den Libanon nach offiziellen Angaben im April verlassen hat, für das Attentat verantwortlich. Die Geheimagenten würden von Präsident Lahud kontrolliert. "Solange der Kopf der Schlange in Baabda ist, werden die Morde weitergehen", sagte Dschumblatt. Baabda ist der Stadtteil, in dem der Präsidentenpalast steht. Die Oppositionspolitikerin Solange Tueni erklärte: "Es scheint, als wären wir mit Syrien noch nicht fertig."
Lahuds Sprecher Rafik Schalala teilte mit, der Präsident habe eine Untersuchung des Attentats angeordnet. "Es ist besser, keine Anschuldigungen zu erheben, ehe die Umstände geklärt sind", sagte Schalala.
Bereits nach dem Attentat auf den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri Mitte Februar hatte die Opposition Syrien und die damalige prosyrische Regierung verantwortlich gemacht. Die daraus resultierenden Proteste und zunehmender internationaler Druck bewogen Syrien schließlich zum Abzug seiner im Libanon stationierten Truppen und Geheimdienstbeamten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







