"Kinder des Sturms", ARD, 20.15 Uhr: Auf der Suche nach der neuen Heimat
zuletzt aktualisiert: 25.03.2009 - 15:18Düsseldorf (RP). Felicitas Woll ist wieder da. Die Schauspielerin, die mit der Vorabendserie "Berlin, Berlin" zum Star wurde, hat sich einen schweren Stoff ausgesucht. Sie spielt eine junge Mutter, die in Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Tochter sucht.
Im Sommer 1946 wird auf der Flucht aus Polen die elfjährige Marie (Magalie Greif) von ihrer Mutter Rosemarie (Felicitas Woll) getrennt. Ein Jahr später ist das Mädchen immer noch verschollen. Rosemarie lebt mit ihrem kleinen Sohn Johannes, ihrer jüngeren Schwester Tina und ihrem Vater unter sehr bedrückenden Verhältnissen in einer mit Flüchtlingen vollgestopften Wohnung.
Immer wieder versucht Rosemarie vergebens, über den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes etwas über ihr Kind in Erfahrung zu bringen. Während sie an dem Schmerz des Verlustes zu zerbrechen droht, versucht der Rest der Familie, das Beste aus der Situation zu machen. Als der kleine Johannes fast ertrinkt, besinnt sich Rosemarie auf ihre Verantwortung für das verbliebene Kind und ist endlich bereit, loszulassen. Sogar eine Beziehung zu Harald Bergmann (Wotan Wolke Möhring), der sie bei der Suche nach Maria unterstützt hat, könnte allmählich in Frage kommen. Da geschieht das Wunder – es gibt ein Lebenszeichen von Maria.
Allein rund vier Millionen Kinder mussten nach 1945 die ostdeutschen Gebiete verlassen. Etwa eine halbe Million starb an den Strapazen, weitere 400 000 Kinder wurden laut Deutschem Roten Kreuz während der Kriegswirren von ihren Eltern getrennt. "Kinder des Sturms" erzählt exemplarisch eine dieser Geschichten, mit viel Emotionen und Pathos. Regisseur Miguel Alexandre näherte sich dem Stoff mit Fingerspitzengefühl, die Darsteller agieren überzeugend.
"Kinder des Sturms", ARD, 20.15 Uhr
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