Tageszeitungen unter Druck: Auflagenzahlen: "Focus" und "Zeit" mit Rekorden
zuletzt aktualisiert: 14.10.2003 - 15:46Hamburg (rpo). Bei den Auflagezahlen für das dritte Quartal 2003 teilt sich der Markt in zwei Bereiche. Während die Magazintitel zulegen konnten - "Focus" erreichte das beste Ergebnis seiner Geschichte - kamen besonders die überregionalen Tageszeitungen unter Druck.
"Der Spiegel" legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,4 Prozent zu und verkaufte im Durchschnitt 1,124 Millionen Exemplare pro Woche. Der "Stern" steigerte sich um 0,5 Prozent auf 1,089 Millionen, fiel damit aber nach zwei Quartalen wieder hinter den "Spiegel" zurück.
"Focus" erreichte mit einem Plus von 4,8 Prozent eine Auflage von 824.000, das beste Ergebnis seiner Geschichte. Das ergibt sich aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW).
Wirtschaftstitel konnten zulegen
Insgesamt rückläufig waren die Auflagen der überregionalen Tageszeitungen. Lediglich die Wirtschaftstitel "Financial Times Deutschland" (FTD) und "Handelsblatt" legten zu. Die "FTD" steigerte sich um 10,6 Prozent auf knapp 93.000, das "Handelsblatt" um 4,5 Prozent auf 143.000.
"Bild", Europas auflagenstärkste Tageszeitung, verlor 4,0 Prozent, lag aber mit 4,059 Millionen noch über der Vier- Millionen-Marke. "Die Welt" büßte 8,1 Prozent ein und kam auf 219.000, die "Süddeutsche Zeitung" lag mit 427.000 um 3,7 Prozent unter Vorjahresniveau.
Rückgänge gab es auch bei der "Frankfurter Rundschau" (181.000, minus 1,5 Prozent) und der "tageszeitung" (58.000, minus 1,1 Prozent). Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte ihre Zahlen wieder nicht rechtzeitig gemeldet.
"Die Zeit" mit Rekordauflage
Eine neue Rekordauflage erreichte die Wochenzeitung "Die Zeit". Das Hamburger Blatt verkaufte im Durchschnitt 453.000 Exemplare und damit 2,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Rückgänge mussten die "Bild am Sonntag" (2,302 Millionen, minus 2,7 Prozent) und "Welt am Sonntag" (404.000, minus 4,2 Prozent) hinnehmen.
Auflagenrückgänge gab es auch bei einigen Illustrierten. So verlor die "Bunte" 2,2 Prozent und kam auf 794.000, während das Konkurrenzblatt "Gala" um 6,6 Prozent auf 408.000 zulegte. Die "Neue Revue" verkaufte 288.000 Exemplare (minus 4,2 Prozent), "Super Illu" 585.000 (minus 3,2 Prozent).
"Brigitte Young Miss" legt um über 60 Prozent zu
Bei den TV-Programmzeitschriften setzte sich der Trend des vorigen Quartals zu Gunsten der Niedrigpreis-Blätter fort. So konnte die zum Marktführer gewordene "TV 14" noch einmal um 1,0 Prozent auf 2,135 Millionen zulegen. Auch "TV direkt" (1,009 Millionen, plus 3,9 Prozent) und "TV pur" (733.000, plus 3,5 Prozent) verbuchten entgegen der allgemeinen Tendenz Zuwächse. Die Gesamtauflage der verkauften Programmillustrierten sank um 4,7 Prozent auf 17,876 Millionen.
Einige positive Entwicklungen zeichneten sich auf dem Markt der monatlichen Frauenzeitschriften ab, der sogar insgesamt um 8,8 Prozent auf 5,344 Millionen Exemplare wuchs. Überproportionale Auflagensteigerungen erreichten "Brigitte Young Miss" (plus 60,7 Prozent auf 314.000) und ein weiteres Mal "Joy" (plus 25,3 Prozent auf 564.000) sowie "Instyle" (plus 17,3 Prozent auf 393.000).
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