Interview mit dem Moderator: Harald Schmidt: "Ich habe Riesenspaß"
VON DAS INTERVIEW FÜHRTE MAIKKA KOST - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007 - 17:58Düsseldorf (RP). Der Countdown läuft: Am Donnerstag findet in Düsseldorf die Bambi-Verleihung statt. TV-Entertainer Harald Schmidt moderiert bereits zum zweiten Mal die große Gala.
Zum zweiten Mal moderieren Sie die Bambi-Gala. Heißt das, der Job gefällt Ihnen?
Harald Schmidt: Absolut. Mir hat das in Stuttgart im vergangenen Jahr einen Riesenspaß gemacht, und Düsseldorf ist ja auch eine Stadt, zu der ich einen engen Bezug habe. Ich habe dort fünf Jahre gewohnt während meiner Zeit am Kom(m)ödchen. Dass ausgerechnet Düsseldorf nach Stuttgart kommt, ist irgendwie Schicksal. Da habe ich mich sehr gefreut, dass die Wahl wieder auf mich gefallen ist.
Hat Sie das überrascht?
Harald Schmidt: Ehrlich gesagt nicht allzu sehr, denn ich weiß ja, wie die Branche funktioniert und ich weiß auch, wie groß der Kreis derer ist, die für so etwas in Frage kommen.
Nämlich?
Harald Schmidt: Zwei Leute in dem Fall.
Sie und...
Harald Schmidt: Da wiederum muss ich professionelle Disziplin wahren. Aber sagen wir so: Wenn man sehr großzügig ist, gibt’s noch einen Dritten. Danach sind Sie schon im Bereich der Tittenmonster.
Tittenmonster? Das ist jetzt aber keine Anspielung auf Eva Padberg, Ihre Co-Moderatorin 2006?
Harald Schmidt: Nein, überhaupt nicht. Eva Padberg fand ich absolut großartig, und sie hat, was ja auch der Zweck war, im Anschluss richtig Karriere gemacht mit Riesenshows in New York und so weiter. Nur, jetzt muss ich auch mal Land sehen.
Gibt es deshalb dieses Jahr keine Co-Moderatorin?
Harald Schmidt: Nun kann es natürlich sein, dass jemand in der Generalprobe sagt: Ruft sofort Hella von Sinnen an. Aber vermutlich mache ich es alleine.
Hat ein erklärter Hypochonder wie Sie eigentlich Lampenfieber?
Harald Schmidt: Ja. Das geht nie weg und darf auch nie weggehen, sonst hat man keine Spannung. Bei Bambi sitzt die ganze Branche im Publikum, letztes Mal sogar Königin Silvia von Schweden und Ursula von der Leyen. Da würde man nicht mit so einer Flapsigkeit rangehen. Andererseits habe ich jetzt auch nicht mehr diese Aufregung, wo ich sage: Um Gottes willen, hoffentlich fällt mir noch ein, wie der Ex von Veronica Ferres heißt.
Sie selbst haben ja auch schon zwei Bambis bekommen. Haben die bei Ihnen zu Hause auch Ehrenplätze in der Bücherwand?
Harald Schmidt: Ja, aber nicht in der Bücherwand. Denn ich habe Bücher. Darum ist neben der Bücherwand ein Regal, in dem alle meine Preise stehen. Ich finde das toll, und die werden auch picobello poliert. Der Grimme-Preis neigt ja dazu, zu beschlagen.
Die meisten Preisträger sind noch geheim. Wenn Sie mitentscheiden könnten, wem würden Sie einen Bambi geben?
Harald Schmidt: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss. Es ist wahnsinnig schwierig. Ich weiß von anderen Preisverleihungen, dass es Leute gibt, die müssen gewinnen, aber keiner will sie auf der Bühne sehen. Und dann sind da die anderen, von denen man sagt: Mensch, die hätten wir aber gerne auf der Bühne. Nur es gibt keinen Grund, warum man ihnen einen Preis verleihen sollte.
Wenn Sie wieder einmal einen Bambi erhalten, wer soll dann die Laudatio halten?
Harald Schmidt: Das kann ich heute nicht sagen, ich weiß ja nicht, wie dann die Fernsehbranche aussieht. Aber es wäre schön, wenn die Moderatorin dann auch noch etwas Deutsch spräche.
Was gibt es über Bambi-Produzent Werner Kimmig zu sagen?
Harald Schmidt: Er macht mir Angst. Wird immer fitter, sieht aus wie das blühende Leben und hat ein Business am Laufen, dass ich mich frage, was mache ich falsch?
Wie bitte? Sie haben doch auch alles erreicht.
Harald Schmidt: Finden Sie? Na gut. Dann will ich nicht klagen.
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