Tatort "Kein Entkommen" : Bei diesem Thriller war nur das Ende schwach
VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 06:47Düsseldorf (RPO). Den biederen Charme des Wiener "Tatorts" kann man mögen, muss man aber nicht. Die Folge vom Sonntag brach mit ORF-Klischees und überzeugte mit einem über weite Teile spannenden Thriller.Tote gab es viele. Zu brutal wurde es nicht.
Borowski ist einsilbig, Boerne ist lustig, Lindholm ist kühl und Eisner hat keine Lust. Das ist der Krimifan gewöhnt. Und so startete auch der neue Fall aus Wien mit Major Eisner, der von einer Grippe geschwächt mies gelaunt durch die Gegend grantelte.
Es gab "Tatorte" aus Österreich, da sollte dies als Handlung genügen. Neuerdings nehmen die Fälle zum Glück schneller Fahrt auf. Wilde Verfolgungsjagden im Schlafanzug durch Wien, Schießereien mit Maschinengewehren, Blutbäder in der Polizei-Unterkunft, die Jagd auf serbische Kriegsverbrecher. Es wurde reichlich aufgefahren.
Leicht könnte man Effekthascherei vermuten. Da jede Szene die Handlung aber schnell vorantrieb und auf zu brutale Einstellungen verzichtet wurde, gelang der Film gut. Für private Geschichtchen der Ermittler blieb keine Zeit. Dies hätte die Handlung auch nur gestört.
Ein wenig seltsam war das Ende. Der nette Kinderarzt entpuppte sich als Anführer der Kriegsverbrecher, ein Killerkommando machte sich in der letzten Szene auf dem Weg zum Krankenhauszimmer des Aussteigers. Was sollte uns das sagen? Regieren serbische Verbrecher Wien? "Überall sans die Tschuschen", wie die Wiener gerne meckern? Das offene Ende ließ den Zuschauer sehr allein. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Irgendwie typisch für die Fälle aus Wien. Gut war es dennoch.
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