RTL-Dokusoap "Bauer sucht Frau": Betten für die Stadtmädchen
VON JANINA RAUERS - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 - 09:54Düsseldorf (RPO). Gewählt wurde letzte Woche, nun schritten die Bauern zur Tat: Sie holten ihre Damen auf ihre Höfe. Hierbei kämpften die Herren mit ungewohnten Hindernissen. War die erste Folge von "Bauer sucht Frau" langatmig, so kam diesmal etwas Schwung in die neue Staffel.
Sag mir, wie du mich bettest und ich sage dir, wer du bist – und ob wir beide zusammen passen. Das könnte die weiblichen Neuankömmlinge auf den Bauernhöfen gedacht haben, als sie ihre Betten musterten. Dabei war schon die erste Begrüßung an Bahnhof oder Bushaltestelle alles andere als einfach. Bauer Georg, der über 80 Kälber und Kühe im Stall hat und zum Kaffee gerne dick belegte Wurstschnitten verdrückt, umarmt seine auserwählte Carola vorsichtig und schaut verlegen an ihr vorbei auf den Boden. "Er war plump und forsch. Er weiß nicht, wie man mit Frauen umgeht", beurteilt Carola später die anschließende Begrüßung am Hof.
Mit dem Bollerwagen holt Heinrich Anja ab. Milchbauer Günne dagegen kreuzt mit Muskel-Shirt und zerfledderter Jeans in offenem Wagen am Bahnhof auf. "Während der Fahrt wurden erste verliebte Blicke ausgetauscht", sinniert die Stimme aus dem Off. Doch für den Zuschauer ähneln die Blicke eher verlegenem Grinsen. Bauer Frank ist direkter: Kaum hat er seiner Auserwählten eine rote Rose überreicht, nimmt er ihre Hand in Beschlag und lässt sie bis zu seinem Cabrio nicht mehr los. Mühe hat sich Torsten gegeben: Er holt Katharina mit einer vierspännigen Kutsche und einer Sektflasche ab. Ganz Gentleman – bis er den Koffer der Studentin anhebt: "Hast du Backsteine eingepackt?".
In der zweiten Folge von „Bauer sucht Frau“ fehlten vier der neun Bauern, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurden. Darunter auch Rinderhirt Uwe, der noch nie Sex hatte. „Wir zeigen nicht alle Bauern in jeder Folge. Bauer Uwe wird in Folge sechs oder sieben wieder vorkommen. Das steht noch nicht genau fest“, erklärte Maren Mossig von RTL.
Hindernis Haushalt
Zurück zum Bett. Hier sahen sich die Bauern ungeahnten Hindernissen gegenüber: Wo soll die Auserwählte schlafen? Und – noch viel schwieriger: Wie bezieht man ein Bett?
Der 41-jährige Heinrich, der noch nie eine feste Beziehung hatte, ist seiner Mutter für die Hilfe beim Bettenmachen dankbar: "Sie macht das künftig selber", stellt der Bauer wortkarg fest. Verwöhnt solle Anja nicht werden. Anja schluckt später schwer, weil Heinrich mit ihr gemeinsam in einem Zimmer schlafen will – und nutzt das Abendessen, um ihm im Beisein seiner Mutter eine eiskalte Abfuhr zu erteilen.
Günne bekommt beim Bettenmachen Unterstützung seiner Tochter. Auch für ihn ist das definitiv Frauensache. Gar keine Hilfe hat Frank. Er versucht es mit Schokolade, Plüschherz und zeigt sich redegewandt: "Das Bettenbeziehen ist unsere erste gemeinsame Herausforderung." Während Claudia beherzt zur Bettdecke greift, hält er sich im Hintergrund und begnügt sich mit dem Kopfkissen.
Im Stall sind es dann die Bauern, die ihre Damen penibel mustern. Ziemlich entsetzt stellt Georg fest: "Sie war ein bisschen pingelig. Die Bullen scheißen sich halt voll, was soll ich machen, ich kann sie doch nicht den ganzen Tag putzen." Welten prallen aufeinander – doch wo die Folge Schwung entwickeln könnte, erweisen sich die zahlreichen Berichte über erste Schmetterlingen im Bauch und Gefühle "als wenn man nach Hause kommt" als Spaßbremsen.
Gleichzeitig wirken sie nicht selten gekünstelt. Schließlich haben die Möchtegern-Bäuerinnen noch keine einzige Nacht auf "ihrem" Hof verbracht. Vielleicht ist der eingefleischte Junggeselle Heinrich der einzige mit einem Sinn für die Realität: Er kann die französischen Namen von Anjas Kindern nicht aussprechen. "Wenn es etwas Festes wäre, müsste man sich die Namen besser einprägen", befindet er ohne großen Enthusiasmus.
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