Neue Staffel startet am Montag: "Big Brother" wird so hart wie nie
zuletzt aktualisiert: 08.12.2008 - 09:47Köln (RPO). Eine kuschelige Luxus-Lounge gegen eine Sitzgruppe aus Beton. Kaviar gegen Billig-Essen. Kuschel-Bett gegen Holz-Pritsche. Auch bei der neuen Staffel der Reality-Show "Big Brother" geht es um krasse Gegensätze. "Himmel und Hölle" lautet das Motto der neunten Ausgabe der Reality-Show, die am Montag auf RTL 2 startet. Moderiert wird die Show von einem Engel – und einer Teufelin.
In die beiden Bereiche "Himmel" und "Hölle" ist auch das neue "Big Brother"-Haus aufgeteilt. So müssen die Kandidaten in der "Hölle" auch im tiefsten Winter auf harten Holzbetten unter freiem Himmel schlafen. Sie sind zum Tragen einer Einheitsuniform vergattert und müssen beim Duschen mit kaltem Wasser auskommen.
Überhaupt scheint ihr Wohnambiente von Innenarchitekten amerikanischer Hochsicherheitsgefängnisse entworfen, während im Bereich "Himmel" Luxus pur dominiert. Das Badezimmer ist eine Wellness-Oase, der Kühlschrank mit Delikatessen gefüllt, Sauna und beheizter Swimmingpool lassen den Aufenthalt in dem von 60 Kameras überwachten Fernsehhaus zum Genuss werden.
Die "Höllen"-Fraktion muss niedere Hausarbeiten für ihre himmlischen Mitspieler übernehmen und ist auch für die korrekte Mülltrennung verantwortlich. Tröstlich nur, dass die Kandidaten durch bestandene Aufgaben und gelungene Projekte von der dunklen auf die helle Seite wechseln können - allerdings kann von dort auch der drastische Abstieg drohen.
RTL 2 und die Produktionsfirma Endemol sind weiter vom Erfolg des einst umstrittenen TV-Formats überzeugt. Noch vor dem Start der neunten Staffel kündigte RTL2-Programmdirektor Axel Kühn am Freitag in Köln bereits die zehnte Auflage der Sendung an: "'Big Brother' ist keine Reality-Show mehr, sondern eine Daily Soap - nur ohne Schauspieler. Und das ist auch gut so, denn bei uns sind die Emotionen echt." Ein Drehbuch gebe es nicht, es werde täglich neu von den zwölf Kandidaten geschrieben.
Für den neuen Endemol-Chef Marcus Wolter beginnt am Montag seine erste "Big Brother"-Staffel: "Inzwischen ist die Sendung in 70 Ländern gelaufen und hat rund zwei Milliarden Zuschauer erreicht." Demnächst komme als neuer Megamarkt noch Indien hinzu. Die in Deutschland erprobten Innovationen der "Mutter aller Reality-Shows" hätten die Sendung weltweit weitergebracht. Grund genug für die Produktionsfirma, weiter in ihr Erfolgsprodukt zu investieren. So kommt ab Montag erstmals ein neues digitales Aufzeichnungsgerät zum Einsatz, das noch überzeugendere Resultate liefern soll.
Beibehalten wird das Prinzip der werktäglichen Zusammenfassungen und der wöchentlichen Nominierungsshows. Auch wird "Big Brother" weiterhin rund um die Uhr bei Premiere und im Internet zu sehen sein. Moderiert wird die Sendung von Miriam Pielhau und Alida Lauenstein, der Siegerin der zweiten "Big Brother"-Staffel. Und sie war am Freitag schon etwas neidisch auf die neuen Kandidaten: "Wir haben ja damals wirklich noch im Container gehaust." Ihr Tipp an die noch geheim gehaltenen Mitspieler: "Vielleicht ist ja gut, wenn man sich so gibt, wie man ist."
Die neunte Staffel von "Big Brother" endet nach sieben Monaten am 6. Juli. Damit läuft die Sendung erstmals auch über Weihnachten und Silvester. Auf den Gewinner warten 250 000 Euro.
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