Mark Medlock gewinnt DSDS-Finale: Bohlens Liebling ist der "Superstar"
zuletzt aktualisiert: 06.05.2007 - 11:38Köln (RPO). Die Zuschauer im TV-Studio hatten eine knappe Entscheidung erwartet, selbst Dieter Bohlen senkte in den Sekunden der Urteilsverkündung demütig sein Haupt und sprang dann als erster jubelnd in die Luft: Sein Favorit Mark Medlock aus Offenbach ist Deutschlands neuer Superstar.
Der 28-Jährige erhielt am Samstag im Finale der populären RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" die überwältigende Mehrheit von 78,02 Prozent der Zuschauerstimmen und setzte sich klar gegen seinen erst 16 Jahre alten Konkurrenten Martin Stosch durch.
"Ich weiß gar nicht mehr, wer ich bin", sagte der strahlende Gewinner nach der Show kopfschüttelnd. Seinen Fans rief er zu: "Ich liebe euch Arschgeigen." Und: "Ihr seid so Freaks da draußen. Ich liebe euch echt." An seinen Sieg habe er zwischenzeitlich nicht mehr geglaubt, sagte der verschuldete arbeitslose Altenpfleger, der die Casting-Show als "letzte Chance" betrachtete: "Ich habe gedacht, der Stoschi macht das Rennen."
Jury-Mitglied und Medlock-Fan Dieter Bohlen gestand, er habe mit Mark gefiebert und wahnsinnige Angst gehabt: "Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugekriegt." Zwischen dem Pop-Titan und seinem Schützling hatte sich während der vierten Staffel ein besonders enges Verhältnis entwickelt. Bohlen umarmte Medlock als einer der ersten und beteuerte später: "Er gehört jetzt irgendwie zur Familie."
Bohlen hatte dem quirligen 28-Jährigen den Siegertitel "Now Or Never" auf den Leib geschrieben, der am Freitag als Single erscheint. Medlock sang außerdem "Wonderful World" von Louis Armstrong und Lionel Richies Ballade "Easy". Zusammen mit Martin Stosch trat er mit dem Duett "Don't Let The Sun Go Down On Me" von Elton John und George Michael auf.
Teenie-Schwarm Martin Stosch hatte die Ballade "I Can Reach Heaven From Here" als persönlichen Titel gewählt. Zudem sang er Ronan Keatings "Life Is A Rollercoaster" und den Queen-Klassiker "Crazy Little Thing Called Love". Der jüngste der zehn Finalisten hatte während der Motto-Shows Hochs und Tiefs erlebt und sich regelrecht bis zur Entscheidung gezittert. Vor einigen Wochen war der Kandidat mit dem Schwiegersohn-Image aus der Show gewählt worden, bekam aber wegen des Ausscheidens von Max Buskohl eine zweite Chance. Die klare Niederlage nahm der 16-Jährige gewohnt gelassen: "Danke", sagte er ans Publikum gewandt: "Einfach nur danke."
Rund 30.000 Bewerber um den "Superstar"-Titel
Medlock und Stosch hatten sich in den Castings gegen fast 30.000 Kandidaten durchgesetzt, knapp doppelt so viele wie in der Vorgänger-Staffel. In der vierten Auflage der Show sorgten neben dem eigentlichen Wettstreit diverse Skandale für Aufmerksamkeit und durchschnittlich 5,52 Millionen Zuschauer.
So stieg Mädchenschwarm Max Buskohl im April überraschend aus der Sendung aus und beteuerte anschließend, er habe sich selbst dazu entschlossen und sei nicht gefeuert worden. Bei dem Ausstieg ging es um den Wunsch des 18-Jährigen, weiter mit seiner Band "Empty Trash" statt solo aufzutreten. Zudem hatte er Streit mit Bohlen, der ihm laut RTL vorwarf: "Mir ist scheißegal, was du singst, dir ist ja sowieso egal, was ich zu sagen habe."
Nach Buskohls Ausstieg sorgte ProSieben-Moderator Stefan Raab für Aufregung, als er den Sänger im Stile einer RAF-Geisel vor rotem Stern und Maschinengewehr mit der Aufschrift zeigte: "Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.". Raab hatte Buskohl in seine Show einladen wollen, was wegen der noch mit RTL bestehenden Verträge aber nicht möglich war.
In den Wochen vor der Entscheidung hatten zudem die Jury-Mitglieder Bohlen und Heinz Henn einen heftigen Streit ausgetragen, der mit Uneinigkeit über die Qualitäten Medlocks begann. Bohlen äffte Henn in der Sendung nach, dieser warf seinem Rivalen vor, sich hinter seinem Rücken zu profilieren und auf billigen Applaus aus zu sein. "Sein Verhalten mir gegenüber ist mir scheißegal", wurde Henn zitiert. Es sei aber respektlos gegenüber den Kandidaten.
Nach dem Finale stürzten sich die Finalisten in die After-Show-Party, doch in der neuen Woche beginnt für Medlock die Arbeit an Single und Video. Auch Stosch kündigte an, weiter Musik machen zu wollen: "Ich möchte so schnell wie möglich eine Platte aufnehmen." Medlocks Vorgänger Tobias Regener war mit "I Still Burn" von null auf eins in die Charts eingestiegen, Finalgegner Mike Leon Grosch kam mit "Don't Let It Get You Down" ebenfalls an die Spitze. Auch der erste RTL-Superstar Alexander Klaws hatte mit "Take Me Tonight" eine Nummer eins.
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