Angeblich nie IM: Boßdorf will klagen
zuletzt aktualisiert: 14.12.2005 - 14:23Potsdam (rpo). Der wegen seiner angeblichen Stasi-Vergangenheit aufs Abstellgleis verfrachtete NDR-Sportmoderator Hagen Boßdorf will den über seine Einstellung als NDR-Sportchef nicht auflösen. Boßdorf will vielmehr vor Gericht auf dessen Einhaltung klagen.
Das kündigte sein Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel am Mittwoch in Berlin an, nachdem der NDR-Verwaltungsrat wegen der neuen Stasi-Vorwürfe die Beendigung des Vertragsverhältnisses mit Boßdorf beschlossen hatte.
Zunächst soll nach der Entscheidung eine einvernehmliche Auflösung des zum 1. März 2006 geschlossenen Arbeitsvertrags angestrebt werden. Für den Fall des Scheiterns dieser Bemühungen stimmte das Gremium bereits einer Beendigung des Vertrages durch den NDR zu.
Zu einer Auflösung des Vertrags ist Boßdorf nach Angaben Diestels nicht bereit. Der Anwalt verwies auf die Erklärung der Verwaltungsratsvorsitzenden Rosemarie Wilcken, dass die Aktenlage nicht eindeutig und eine abschließende Beurteilung schwierig sei.
"Eine derartige Begründung zur einseitigen Auflösung von rechtmäßig geschlossenen Verträgen ist in der deutschen Rechtsordnung nicht vorgesehen", erklärte Diestel.
"Mein Mandant Hagen Boßdorf wird die sich zwangsläufig anschließende gerichtliche Auseinandersetzung um die Rechtswirksamkeit des geschlossenen Vertrags nutzen, um den Nachweis zu führen, dass er zu keinem Zeitpunkt IM der Staatssicherheit der DDR war und mit den Strukturen der Staatssicherheit in keiner auch irgendwie vorwerfbaren Art und Weise zusammengearbeitet hat."
Die Unvollständigkeit der Akten könne Boßdorf nicht vorgeworfen werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








