"Polizeiruf 110" aus Rostock: Bukow muss ohne König ermitteln
zuletzt aktualisiert: 19.02.2012 - 14:50Düsseldorf (RPO). Sie sind eines der gegensätzlichsten Ermittlerpaare im deutschen Fernsehkrimi - und eigentlich sind sie gar nicht mal ein richtiges Team: der schnodderige Rostocker Kiez-Bulle Alexander „Sascha“ Bukow (Charly Hübner) und die burschikose LKA-Profilerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau).
Die beiden Polizisten umtänzeln sich seit zwei Jahren mal ironisch, mal bissig, mal misstrauisch, mal aufeinander zugehend. Doch in ihrem aktuellen Fall „Einer trage des anderen Last“ tänzelt nur einer - und es ist ein schwerer, unrhythmischer Tanz, den Bukow da aufführt. König wurde bei einem Einsatz angeschossen und liegt im Koma, und natürlich gibt sich Bukow die Schuld. Es ist ein Fall, der an seinen Nerven zehrt - und das nicht nur wegen der verletzten Kollegin.
Zwei Ganoven haben den Gelegenheitsverbrecher Kevin Schulz bei einem Gefangenentransport befreit, gefoltert und umgebracht. Warum tut man das? Bukow trifft auf zwielichtige Gefängnisaufseher, eine Prostituierte, die mehr weiß, als sie sagt, und die Schwester des Getöteten, die ein Geheimnis birgt (die im Juli 2011 im Alter von 26 Jahren gestorbene Maria Kwiatkowsky in ihrem letzten vollendeten Film).
Charly Hübner schafft es, diesen Typ des desillusionierten, aber leidenschaftlichen Polizisten glaubhaft rüberzubringen. Besonders im aktuellen Fall, inszeniert von Christian von Castelberg, lässt er den Zuschauer tief in eine geschundene Seele blicken, ohne zu überziehen. Ein spannender, psychologisch tiefgründiger „Polizeiruf“.
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