Montag Abend zum ersten Mal: Caren Miosga ist "die Neue" bei den Tagesthemen
zuletzt aktualisiert: 16.07.2007 - 17:25Hamburg (RPO). Was sie am Montag Abend um 22.15 Uhr tragen wird, weiß sie noch nicht. Momentan hat Caren Miosga andere Sorgen. Die NDR-Moderatorin ist das neue Gesicht bei den Tagesthemen und tritt als Nachfolgerin von Anne Will in ganz schön große Fußstapfen.
Sie habe bereits mehrere Blazer probiert, aus der sie dann einen auswählen werde, verriet die Moderatorin in Hamburg. Sicher hingegen ist sich die 37-Jährige, dass ihr Lampenfieber bis zum Sendebeginn noch ansteigen wird.
"Erfahrungsgemäß überlege ich mir 15 bis 20 Minuten vorher noch mal kurz, nicht doch noch zur Floristin umzuschulen", gestand Miosga. Dieser Zustand dauere allerdings nicht lange an, und letztlich könne sie ganz gut mit ihrer Nervosität vor der Kamera umgehen.
Im niedersächsischen Peine geboren, lebt Miosga seit 1989 in Hamburg. In der Hansestadt studierte sie Geschichte und Slawistik, arbeitete nebenher als Reiseleiterin in Moskau und St. Petersburg und berichtete für den Hörfunk aus Russland.
Seit 1999 ist sie beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), führte dort durch das "Kulturjournal" und das Medienmagazin "Zapp", ehe sie im April dieses Jahres die Moderation des Kulturmagazins "Titel, Thesen, Temperamente" im Ersten übernahm.
"Die "Tagesthemen" sind kein Job wie jeder andere", sagte Miosga, die Anne Will nach sechs Jahren ablöst und künftig im wöchentlichen Wechsel mit Tom Buhrow durch das Format führt. Sie sei mit dieser Nachrichtensendung groß geworden.
Nichts Privates zu entlocken
Die Vorstellung, dass ich nun ein Teil davon bin, ist anfangs schon verrückt gewesen. Aber mittlerweile kann ich mir das sehr gut vorstellen", betonte die verheiratete Mutter eines Kindes, der ansonsten nichts Privates zu entlocken ist.
Sie halte es da mit ihrer Kollegin Gabi Bauer, die einst sagte: "Ich arbeite für die 'Tagesthemen', also rede ich auch über die 'Tagesthemen'."
Seit Montag arbeitet sich Miosga beim Nachrichtenflaggschiff ein, das der NDR federführend für ARD-Aktuell in Hamburg leitet. Eine erste Probesendung habe sie ebenfalls bereits absolviert. Das Reizvolle an dieser "anspruchsvollen Herausforderung" ist laut Miosga, dass die "Tagesthemen" die Welt nicht nur abbildeten, sondern sie auch einordneten und erklärten.
Mit Miosga erfolgt nun innerhalb eines Jahres der zweite Moderatorenwechsel bei den "Tagesthemen", nachdem Buhrow im vergangenen Ulrich Wickert beerbt hatte. So kam die neue Konstellation auch für Buhrow "ein wenig unerwartet", wie der 48-Jährige sagte.
Tom Buhrow ist "fast euphorisch"
Es sei jedoch mehr als verständlich, dass Will die Chance der Nachfolge von Sabine Christiansen als Sonntagabend-Talkerin ergreife. Zudem "waren Caren und ich von der ersten Sekunde an ein Team", sagte ein "fast schon euphorischer" Buhrow.
Überschwängliches Lob erntet "die Neue" auch von NDR-Programmdirektor Volker Herres: "Sie ist eine ungemein vielseitige, kompetente, kluge und sympathische Journalistin. Sie ist ein unverwechselbarer Typ, sie hat Profil." Das tue den "Tagesthemen" gut.
Folglich muss Miosga nach Angaben von Thomas Hinrichs, zweiter Chefredakteur von ARD-Aktuell, ihr gern benutztes Stilmittel, die Ironie, auch nicht aufgeben. Das könne "dem ein oder anderen Politiker hin und wieder" nicht schaden.
Miosga wird eigenen Angaben zufolge nicht zu den Moderatoren zählen, die einen speziellen Satz am Ende der Sendung sagen werden. "Das ist nicht mein Ding", erklärte die Journalistin. Stattdessen wolle sie die noch verbleibenden Tage bis zum Start am Montag mit Redaktionskonferenzen nutzen und sich weiterhin intensiv in den Ablauf der Sendung einarbeiten.
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