"Schutz der Landeskultur": Chinesische Regierung will ausländische Comic-Serien verbieten
zuletzt aktualisiert: 08.06.2005 - 09:10Schanghai (rpo). Comic-Serien aus dem Ausland sind in China sehr beliebt. Gerade deshalb erwägt die chinesische Regierung nun, ausländische Cartoon-Produktionen aus dem Fernsehprogramm zu verbannen. So sollen auch einheimische Comic-Zeichner eine Chance erhalten - zum "Schutz der Landeskultur".
Tom und Jerry könnte es in China schon bald an den Kragen gehen. Die Medienbehörde des Landes erwägt, ausländische Comic-Serien zur Hauptsendezeit aus dem Fernsehprogramm zu streichen, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte. Voraussetzung sei, dass in China produzierte Cartoons ausgestrahlt werden könnten, die in Qualität und Quantität vergleichbar seien. Das Verhältnis zwischen ausländischen und inländischen Comic-Serien ist in China bereits jetzt auf vier zu sechs beschränkt.
Vertreter der chinesischen Cartoon-Industrie begrüßten die Ankündigung und erklärten, einheimische Comic-Zeichner müssten stärker gefördert werden. "Seit Mitte der 80er Jahre sind viele Cartoons kostenlos oder zu sehr niedrigen Preisen aus Amerika und Japan nach China eingeführt worden", sagte Fu Tiezhen, Vorsitzender des Verbands Chinesischer Cartoon-Künstler. Das habe zu einem Preisdumping geführt. "Wir müssen Maßnahmen zum Schutz unserer Landeskultur ergreifen", forderte Fu.
Comic-Serien aus dem Ausland, vor allem Disney-Produktionen, sind in China sehr populär. Einheimische Produktionen haben dagegen bis auf wenige Ausnahmen kaum Erfolg.
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