ZDF-Journalist zeigt die nukleare Gefahr: Claus Kleber auf den Spuren der Bombe
zuletzt aktualisiert: 29.07.2009 - 13:09Mainz (RPO). Die nukleare Bedrohung ist größer denn je. Das will das ZDF ab Mittwoch in einer dreiteiligen Doku-Serie zeigen. Titel: Die Bombe. Heute-Journal-Moderator Claus Kleber und Regisseurin Angela Andersen haben zwei Jahre lang recherchiert. Das Schwierigste und Ehrgeizigste, was er bisher gemacht habe, urteilt Kleber. Sein Befund: beunruhigend.
In den Bunkern lagern immer noch 27.000 nukleare Sprengköpfe - genug, um alles Leben auf der Erde zu vernichten. Sicherer ist die Erde nach dem Ende des Kalten Krieges nicht geworden; die Konfliktherde im Nahen Osten, in Korea und zwischen Pakistan und Indien bergen ebenso Gefahren wie der internationale Terrorismus. 64 Jahre nach dem Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki zeigt das ZDF am Mittwoch und Donnerstag sowie am Sonntag die dreiteilige Dokumentation "Die Bombe".
Claus Kleber und Angela Andersen brauchten für ihre aufwendige Bestandsaufnahme zwei Jahre. "Ich habe noch nie an einem so komplexen Projekt gearbeitet. Aber auch noch nie an einem so brennend wichtigen", schreibt Kleber im Presseheft. Als sie mit den Recherchen begannen, zeigte die Öffentlichkeit nur wenig Interesse. Mit Barack Obamas Prager Rede hat sich viel geändert. Mehr und mehr wird deutlich, dass die Gefährdung durch radioaktive Angriffe größer ist als je zuvor.
TV-Tipp
"Die Bombe" - dreiteilige Dokumentation von Claus Kleber und Angela Andersen. ZDF, Mi 29.7., und Do 30.7., jeweils 22.45 - 23.30 Uhr; So 2.8., 23.30 - 0.15 Uhr.
Ehrgeizige regionale Mächte
Nordkorea und der Iran streben nach der Bombe, Indien und Pakistan haben sie bereits. Gefahr geht aber nicht nur von den durch Regierungen und Militärs verwalteten Waffen aus. In Städten wie New York hätten durch Terroristen gezündete radioaktiv verseuchte Bomben eine verheerende Wirkung. Die drei Filme zeigen die "Rückkehr der atomaren Bedrohung" (29.7.), "Atomwaffen außer Kontrolle" (30.7.) und die "Wege aus dem Wahnsinn" (2.8.).
Für diese Produktion sind die beiden Autoren um den ganzen Globus gereist. Claus Kleber gelang es, in einer der unterirdischen Kontrollkapsel zu drehen, in denen amerikanische Soldaten regelmäßig den Abschuss einer Atomrakete proben. Ihr Einsatzort liegt tief unter der Erde. Dort sind sie in ihren Sitzen festgeschnallt. So ist sichergestellt, dass sie auch im Ernstfall alle Instrumente korrekt bedienen können. Von all dem Unfassbaren, das er auf Malmstrom Air Force Base erlebte, sei ihm dieser Umstand am meisten im Gedächtnis geblieben, schreibt Claus Kleber. Unbehaglich fühlte sich Angela Andersen auch beim Drehen in Tokio. Dort filmte sie einen mit Plutonium beladenen Lastwagen, der nur mit einer Plane geschützt durch die Mega-City raste.
Noch nie so gefährdet wie heute
Die Recherchen der beiden Autoren zeigen, dass die Welt noch nie durch Atomwaffen so gefährdet war wie heute. Die ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger und George Shultz sowie US-Senator Sam Nunn fordern mittlerweile eine Welt ohne Atomwaffen. Auch Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat seine Position geändert. Anfang der 1980er Jahre trat er für den Nato-Doppelbeschluss ein, der damit drohte, Pershing II-Raketen und Cruise Missiles in Westeuropa zu stationieren, wenn sich die beiden Blöcke nicht auf eine beidseitige Begrenzung sowjetischer und US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen einigten. Inzwischen verlangt er eine Beseitigung aller Atomwaffen.
Während der zweijährigen Recherchen sind die beiden Autoren auf viel Beängstigendes gestoßen, aber es gab auch positive Anstöße. Noch, so ist sich Claus Kleber sicher, gibt es eine Chance. Es gäbe ein "historisches Zeitfenster von etwa zehn Jahren", in dem es möglich sei, atomar abzurüsten. Dafür müssten aber die Hauptkrisenherde im Nahen Osten, in Korea und zwischen Pakistan und Indien befriedet werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








