Zum Aushängeschild des ZDF-"heute journals" avanciert: Claus Kleber - der News-Anchor
zuletzt aktualisiert: 03.02.2004 - 10:18Berlin (rpo). "Große Fußstapfen" seien es, in die er treten müsse. Das erklärte Claus Kleber am 3. Februar 2003, als er die Nachfolge von Wolf von Lojewski beim "heute journal" antrat. Ein Jahr später hat Kleber bereits seine eigenen Spuren hinterlassen, ist zum Aushängeschild der Nachrichtensendung avanciert.
Er bewundere von Lojewskis Stil, wolle ihn aber nicht kopieren, sondern die Nachrichten in seiner Art und Weise präsentieren, hatte der Journalist damals im ddp-Interview gesagt. Und sein Stil, Nachrichten mit analytischer Distanz und manchmal auch einem humoristischen Zungenschlag zu präsentieren, kommt an.
Dem 48-Jährigen und seinen Kollegen Marietta Slomka und Klaus-Peter Siegloch ist es gelungen, die Quote des "heute-journals" von einem Jahresdurchschnitt von 3,64 Millionen Zuschauern (13,3 Prozent Marktanteil) im Jahr 2002 auf 3,76 Millionen (13,9 Prozent Marktanteil) im vergangenen Jahr zu steigern.
Vor seinem Antritt beim ZDF war Kleber mehr als 15 Jahre für die ARD tätig, unter anderem als Leiter der Studios in London und Washington. Bei der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz vom ZDF habe er sich selbst "nie gesehen", bis ein Anruf von Chefredakteur Nikolaus Brender kam, der ihm in einem kurzen Telefongespräch ein "konkurrenzloses Angebot" gemacht habe.
Leiter und Moderator des "heute-journals" zu werden und obendrein noch Dokumentationssendungen zu bekommen, sei nicht zu schlagen gewesen. Dass sein Ruf nach Mainz nicht unumstritten war und Stimmen aus dem ZDF-Fernsehrat meinten, man brauche niemanden von der ARD, hat den parteilosen Reporter nicht angefochten.
Im vergangenen Jahr hat eher das Verhältnis zu seinem ehemaligen Arbeitgeber etwas gelitten. Die öffentliche Kritik an Machart und Präsentation der ARD-"Tagesthemen", die im Jahresdurchschnitt 2003 2,22 Millionen Zuschauer (11,6 Prozent Marktanteil) verfolgten, wird oft mit der Person Klebers als Gegenbeispiel verbunden.
Kleber selbst nährte diese Kritik mit Interviewaussagen über die "unabhängigere und unkonventionellere Denkweise" der "heute-journal"-Redaktion und die persönlichere Herangehensweise und Präsentation von Geschichten.
Kurze Zeit später entschuldigte sich Kleber jedoch brieflich für die harsche Kritik, die von den Medien begierig aufgegriffen worden war. "Ich halte die 'Tagesthemen' und die ARD-Kollegen für eine großartige Redaktion", hieß es darin.
Die ARD hatte damals seine Entschuldigung angenommen, auch wenn der Ton zwischen ehemaligen Kollegen etwas "ungewöhnlich" gewesen sei. Sowohl Kleber als auch die ARD-Verantwortlichen werden jedoch wissen, das man sich meistens zweimal im Leben sieht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








