ZDF-Chefredakteur Brender will Moderator halten: Claus Kleber soll neuer "Spiegel"-Chef werden
zuletzt aktualisiert: 07.12.2007 - 17:32Düsseldorf (RPO). Die Spekulationen um die Nachfolge von Stefan Aust beim Nachrichtenmagazin "Spiegel" scheinen zu Ende zu gehen: Offenbar soll der Moderator und Redaktionsleiter des "Heute Journals", Claus Kleber, neuer Chefredakteur werden. Stellvertreter soll der derzeitige "Spiegel-Online-Chef" Matthias Müller von Blumencron werden.
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender bestätigte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", dass Kleber ein Angebot des Magazins vorliege. "Kleber ist nicht weg", wird Brender zitiert. "Ich werde versuchen, ihn beim ZDF zu halten." Ein "Spiegel"-Sprecher wollte sich zunächst nicht äußern. Kleber selbst ist über das Wochenende noch in den USA.
Der 52-Jährige Kleber soll die Nachfolge von Stefan Aust antreten, dessen bis Ende 2009 laufender Vertrag nicht verlängert wird. Der promovierte Jurist ist seit 2003 Redaktionsleiter und Moderator der Nachrichtensendung "heute journal".
Der gebürtige Reutlinger Kleber arbeitete zunächst als Anwalt und wechselte als 30-Jähriger in den Journalismus. 1985 ging er als Hörfunkjournalist zum damaligen Südwestfunk und wurde Studioleiter in Konstanz. Ab 1986 arbeitete er als Hörfunk-Korrespondent in Washington und wurde dann 1989 Chefredakteur des Hörfunksenders RIAS Berlin. 1992 wechselte er zum ARD-Fernsehen nach Washington, wo er von 1997 bis 2002 Studioleiter war. Im Februar 2003 ging Kleber zum ZDF, wo er seitdem das "heute journal" moderiert.
Mitte November war bekannt geworden, dass sich der "Spiegel" von Stefan Aust trennen will. Die Gesellschafter des Verlags hatten dies auf Initiative der Mitarbeiter KG einvernehmlich beschlossen. Zur Begründung hatte der Geschäftsführer der Mitarbeiter KG, Armin Mahler, gesagt, man wolle das Magazin "ein bisschen erneuern und auffrischen" und junge Leute an das Blatt binden.
Der 61-jährige Stefan Aust ist seit 1994 Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins. Den Posten erhielt er auf ausdrücklichen Wunsch von "Spiegel"-Gründer und -Herausgeber Rudolf Augstein und gegen den Widerstand einiger Mitarbeiter. "Der Spiegel" erreicht mit einer Auflage von knapp über einer Million Exemplaren jede Woche rund sechs Millionen Leser. Der Verlag gehört heute zu 24 Prozent den Erben von Augstein, zu 25,5 Prozent Gruner + Jahr und zu 50,5 Prozent den Mitarbeitern. Augstein hatte ihnen 1974 die Hälfte des Unternehmens geschenkt.
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