Daniel Küblböck landete auf Platz drei: Costa Cordalis zum RTL-Dschungelkönig gewählt
zuletzt aktualisiert: 21.01.2004 - 16:16Hamburg (rpo). Der angeblich so gefährliche australische Dschungel hat seinen König. Die Zuschauer der RTL-Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" haben Schlagerbarden Costa Cordalis am Dienstagabend auf den Thron gewählt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Kabarettistin Lisa Fitz und "Superstar" Daniel Küblböck.
Vor seiner Kür zum Dschungelkönig musste Cordalis als letzte "Dschungel-Prüfung" auf zwei Meter über einem See gespannten Seilen balancierend fünf über ihm fixierte Sterne pflücken. Fitz musste lebende Insekten, Würmer und Maden verspeisen, Küblböck kippte sich fünf Ladungen allerlei krabbelnden und kriechenden Getiers in eine überdimensionierte Spezial-Hose. Alle drei Finalisten bestanden ihre Prüfungen bravourös und holten die geforderte Anzahl an Sternen, was ihnen nach elf Tagen "Dschungel-Camp" mit karger Verpflegung zum Abschluss ein fertig zubereitetes Drei-Gänge-Menü einbrachte.
Laut RTL erreichte das Finale der Show auch den Zuschauerhöhepunkt: Den Angaben des Senders zufolge schalteten in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen 54,1 Prozent der Zuschauer ein. Insgesamt habe der Marktanteil bei 43,3 Prozent gelegen, im Schnitt hätten damit 8,33 Millionen Zuschauer die Krönung des Sängers zum Dschungel-König verfolgt.
1000 Euro für wohltätigen Zweck
In der Show hatten zehn mehr oder weniger Prominente in einem mediengerecht aufbereiteten "Dschungel-Camp" Prüfungen wie etwa ein Kakerlaken-Bad über sich ergehen lassen müssen. Teilgenommen hatten neben den drei Finalisten Jung-Schauspieler Dustin Semmelrogge, der gleich zu Beginn freiwillig ausschied, Ex-Hochspringer Carlo Thränhardt, Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Susan Stahnke, Moderatorin Caroline Beil, Unterhalter Werner "Gottlieb Wendehals" Böhm, Schauspielerin Mariella Ahrens und RTL-Astrologin Antonia Langsdorf. Sie waren der Reihe nach von den Zuschauern aus dem Dschungel-Camp gewählt worden.
Jeder Teilnehmer erhielt pro durchgehaltenem Tag 1000 Euro für ein Charity-Projekt. Dschungelkönig Costa bekam für seinen Sieg zusätzlich eine Prämie in Höhe von 15.000 Euro, der Gesamtbetrag geht an die "Tour der Hoffnung", eine Gemeinschaft von Menschen, die jährlich mit einer Radtour zu Spenden zu Gunsten krebskranker Kinder aufrufen.
Die Kritik an dem bereits in Großbritannien und den USA mit großem Erfolg gelaufenen Format hielt auch nach dem Ende der ersten Staffel an. Der Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts, Jo Gröbel, sagte der "Heilbronner Stimme", das Format der Sendung an sich sei nicht das Problem, sondern der hämische Umgang mit den Kandidaten. Diese Leute stünden unter einem enormen Druck, "sei es ein sozialer, sei es die fast verzweifelte Abhängigkeit von öffentlicher Aufmerksamkeit um jeden Preis".
Küblböck besonders gefährdet
Vor "posttraumatischen Stressreaktionen" der Teilnehmer warnte die Medienpsychologin Ines Vogel in der Münchner "tz". Äußern könne sich dies etwa in depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Schlafstörungen oder Albträumen. Besonders gefährdet sei Küblböck, der teilweise panisch reagiert habe. "Die Frage ist, inwiefern er dieses Erlebnis verarbeiten kann."
Von "echtem Lernfernsehen" sprach dagegen Medienwissenschaftler Norbert Bolz. In der Sendung könne man "prima Gruppenprozesse beobachten, die man so verdichtet im wirklichen Leben nie zu sehen bekommt", sagte er dem "Stern". Den Erfolg führte er darauf zurück, dass in Deutschland "Stars lieber gehauen als gestreichelt" würden. Die Teilnahme der Promis hat nach Bolz' Überzeugung "ganz klar finanzielle Gründe".
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