"Germany's Next Topmodel": Das tränenreiche Ende der Ära Jaqueline
VON ANDREA RACHUY - zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 - 09:16Düsseldorf (RPO). Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, lautete diesmal das Motto der Entscheidung. Die Jury von "Germany's Next Topmodel" trennte sich in der zehnten Episode von Jaqueline. Weiter kämpfen Leyla, Neele, Alisar, Hanna, Viktoria, Louisa, Pauline und Laura.
Das Thema der Woche war "Extrem" – bis zu 40 Zentimeter hohe Hacken, superlange Röcke und ungestüme Lockenmähnen erschwerten den neun verbliebenen Kandidatinnen den Wettbewerb. Auf der Strecke blieb Jaqueline. Endlich, muss man sagen.
Man ahnte, dass die Jüngste unter den Mädchen die Entscheidung schwer nehmen würde. Ihr Schluchzen grenzte an Hysterie. So groß war ihr Traum, der wie eine Seifenblase zerplatzte. Sie wollte so unbedingt gewinnen und Germany's Next Topmodel werden.
Es schien, als ginge es ihr weniger um das Modeln an sich als vielmehr um die Herausforderung des Wettbewerbs. Jaqueline gab immer alles, um Heidi zu gefallen. Sie rannte den Kameras förmlich hinterher, wodurch sie in der Sendung mit Abstand die Präsenteste unter den Kandidatinnen war. Auch vor Lästereien, zum Beispiel gegen Laura, schreckte sie nicht zurück.
Doch der entscheidende Faktor fehlte der 16-Jährigen. „Ihre Anlagen waren einfach zu gering“, sagte Heidi Klum. Als sie das schon nach dem Live-Walk hörte, konnte sich Jaqueline nur wundern: „Wenn ich kein Potenzial hätte, wäre ich schon viel früher rausgeflogen“. Damit hat auch die Jüngste verstanden, dass bei Germany's Next Topmodel erst einmal jede mitgeschleift wurde, die Einschaltquoten verspricht.
Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen
Schon bei der Challenge, dem aktuellen Wettbewerb, wurde der Zuschauer darauf hingewiesen, dass sich nun die wirklich Guten hervortun und die weniger Guten in den Schatten stellen. Pauline und Alizar machten besonders eindrucksvoll den Vogel: Sie bekamen über den Dächern von Los Angeles eine Glaskugel auf den Kopf gesetzt, in der fröhlich Schmetterlinge umherflatterten. Dabei einen seichten Blick aufgesetzt - und elegant mit den Armen gewedelt und "Q" war begeistert. Hanna und Jaqueline war die Aufgabe zu kompliziert, sie hinkten den anderen meilenweit hinterher. „Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen“, freute sich der Juror. Das Publikum dankt!
Da in dieser Woche alles auf die Entscheidung gegen Jaqueline hindeutete, wurde versucht, durch weitere extreme Aufgaben Spannung aufzubauen. Laufstegtrainer Jorge stellte die Mädchen auf bis zu 40 Zentimeter hohe Plateaus, wobei die Größte die höchsten Hacken anbekam. Neele hatte es auch sonst nicht leicht in der Sendung.
Besonders die Bauchtanzübung, die den Mädchen zu mehr Hüftschwung verhelfen sollte, machte der Bohnenstange zu schaffen. Sie konnte sich nichts peinlicheres vorstellen. Die Einstellung stand Neele dann auch Eins zu Eins ins Gesicht geschrieben. Sie tanze gerne lustig, aber bestimmt nicht sexy – verriet sie der Kamera.
Tränen als Voraussetzung beim Casting
Trotz der kleinen Schwäche hatte sie bei der Entscheidung nichts zu befürchten. Bisher hat Neele mit die meisten Laufstegjobs ergattert. Beim Casting in dieser Woche zwar nicht, aber das war einfach eine Typfrage. Die Leute von Tribeca Jeans New York suchten ein Mädchen à la Marilyn Monroe. Dem fünfziger Jahre Pin-up glich Louisa am ehesten, und so konnte sich die Kleinste gegen die anderen Kandidatinnen durchsetzten. Überraschenderweise war Pauline ihre größte Konkurrenz. Die Dunkelhäutige mit Kraushaar passt eigentlich viel besser in einen Seventies-Look, doch das war der Frau von der Castingagentur herzlich egal. Mit ihrem Erscheinungsbild übersetze man den Fifties-Look in die Moderne, so ihre Argumentation für Pauline.
So fiel die Entscheidung denkbar knapp aus, obwohl Pauline in der zweiten Runde eine noch herzzerreißendere Geschichte erzählte als Louisa. Sie sollten den drei Juroren von Tribeca mit einer kleinen Anekdote beweisen, dass Gefühl auf Knopfdruck für sie kein Problem ist. Beide kamen in der vertrauten Atmosphäre schnell ins Plaudern: Pauline von ihrem Vater, der sie früh verlassen hat, und Louisa von ihrem Freund, mit dem sie trotz Fremdgehens seinerseits immer noch zusammen ist.
Letztendlich legte man weniger Wert auf die moderne Übersetzung und shootete Louisa im klassischen Look "der verruchten Fünfziger-Braut vor altem Mustang auf verlassener Tankstelle" mitten in der Wüste. Dort passte Louisa, die gerade mal 170 Zentimeter misst, wirklich gut rein. Leider die einzige Sparte, die ihr offen steht. Selbst Kate Moss ist größer – und die ist nun wirklich ein Ausnahmetalent, was Wandelbarkeit betrifft. Dank des Jobs brauchte auch Louisa bei der Entscheidung nicht zu bangen.
Für die Spannung zum Schluss suchte man sich Viktoria und Leyla raus. Die beiden haben einen ähnlich kühlen osteuropäischen Look, schöne Gesichter und tolle Figuren. Nur an der Einstellung mangele es beiden ihn gleichem Maß.
Beim Fotoshooting mit Matthew McCabe zierten sie sich, den schlüpfenden Vogel im Nest zu mimen. Größtes Manko: Keine Wandelbarkeit im Gesichtsausdruck. Wenn sie einfach mal krähen - oder besser gesagt zwitschern würden - wie das Federvieh, wäre es viel leichter, ein gutes Bild zu bekommen. Besonders für Viktoria scheint die nächste Folge die letzte Chance zu sein.
Dann muss sie sich auf dem Fahrrad durch San Francisco und im Gesangswettbewerb gegen die anderen Kandidatinnen durchsetzten. Für den Promifaktor soll Thomas Gottschalk sorgen, der wohl einen ähnlich geringen Beitrag leisten wird, wie es Katy Perry in dieser Episode getan hat.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







