"Schlag den Raab": Debakel für Judo-Olympiasieger
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 02.11.2008 - 11:33Köln (RPO). Knapp vier Stunden hat sie gedauert, dennoch war es eine der kürzesten Ausgaben von „Schlag den Raab“. Schon nach elf Spielen hat TV-Moderator Stefan Raab einen weiteren großen Sieg seiner wohl einzigartigen Spiel-Show-Karriere bestehend aus Wok-WM, Turmspringen oder Stock-Car-Challenge errungen.
Und sein Opfer war diesmal kein Unbekannter: Olympiasieger Ole Bischof verpasste die Chance auf eine Million Euro und hatte zu keiner Zeit einen Hauch von Chance. Der Leistungssportler, der bei den Sommerspielen in Peking Gold im Judo geholt hatte, gewann nur die ersten beiden Spiele, danach schlug Raabs große Stunde.
"Wir sind wieder da" – mit diesen Worten begrüßte Matthias Opdenhövel die Zuschauer der TV-Show "Schlag den Raab" in Köln. Die zweite Ausstrahlung nach der Sommerpause hatte es in sich: Stefan Raab, der in zuvor zwölf Sendungen achtmal als Sieger hervorging, musste sich mit Kandidat Ole Bischof auseinandersetzen. Dieser ist kein Unbekannter. Vor wenigen Wochen holte der Sportstudent bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille im Judo.
Und genau darin lag das Problem bei der Vorstellung der Kandidaten. Vor Bischoff stellten Clemens und Nicole Ansprüche an, Raab in die Schranken zu weisen. Dann wurde Bischof, der sich schon vor den Sommerspielen bei der TV-Show beworben hatte, vorgestellt. Und auf wen sonst sollte die Wahl der Zuschauer, die per Anruf oder SMS für ihren Lieblingskandidaten stimmen konnten, fallen? Die erste halbe Stunde der Sendung war überflüssig, denn wenn schon ein Olympiasieger nicht schafft, den Raab zu schlagen, schafft es keiner.
Kandidat schnell gefunden
So auch die einhellige Meinung der Fernsehzuschauer, die sich klar für Bischof entschieden. Der Leistungssportler gewann die Ausscheidung vor einem Bundeswehr-Piloten, der seit fünf Jahren in einem Wohnwagen wohnt. Auch der hätte sicher Farbe in die einmal mehr langwierige Sendung gebracht, hatte aber das Pech, einen waschechten Olympiasieger als Konkurrenten zu haben.
Eine echte Herausforderung also für Raab, der sich in Spielen wie Luft anhalten, Geschmacksrichtungen erkennen, Tischtennis (auch wenn hier nur Raab anwesend war) oder Monstertruck fahren. Sollte man jedenfalls meinen bei der Vorgeschichte des Herausforderers. In den ersten beiden Spielen lief es auch gut, dann aber brach Bischof ein. Nach Spiel zehn lag Raab bereits mit 3:52 vorne. Bischof hätte somit die letzten fünf Spiele gewinnen müssen, um mit einer Million Euro im Gepäck nach Hause zu fahren. Unmöglich. Und bei Spiel elf war dann Schluss.
Buschmann in Topform
Moderator Matthias Opdenhövel und Frank Buschmann, der wie immer die einzelnen Spiele kommentierte, waren einmal mehr in Bestform. Opdenhövel hatte an den richtigen Stellen die richtigen Witze parat und führte gut durch das Programm, Buschmann kommentierte gewohnt mit Herz und war stets voll bei der Sache. Der Mann sollte öfter Live-Events kommentieren, da schlummert ein Genie.
Zwischendurch meldete sich wieder einmal der Notar zu Wort. Spiel drei "das Laufrad" muss wiederholt werden, weil bei Raab zwar 25 Umdrehungen gezählt wurden, es de facto aber nur 17 waren. Zum Glück ging es "nur" um drei Punkte. Neben den unzähligen nervigen Werbeblöcken hat auch diese Wiederholung den Abend noch weiter in die Länge gezogen. Nur gut, dass die Sendung bereits nach elf Spielen beendet war. Und somit als kürzeste "Schlag-den-Raab"-Sendung in die Geschichte eingeht.
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