"Tatort": Lena Odenthal in ihrem 50. Fall: Der Tod in der Taucherglocke
zuletzt aktualisiert: 22.08.2010 - 10:09Baden-Baden (RPO). Heute löst Kommissarin Lena Odenthal ihren 50. Fall. Seit mehr als 20 Jahren ermittelt Ulrike Folkerts schon in Ludwigshafen und ist damit die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. Andreas Hoppe alias Mario Kopper kam 1996 hinzu.
Der Dreh zum Jubiläums-SWR-"Tatort: Hauch des Todes" (20.15 Uhr) hat Folkerts, Hoppe und auch dem Rest der Filmcrew einiges abverlangt. Die Szenen in einer Taucherglocke waren nach Auskunft des Teams sehr schweißtreibend. Es ließ sich deswegen vorher medizinisch durchchecken, um zu prüfen, "ob wir der Belastung auch standhalten können", sagte Kopper-Darsteller Hoppe bei der Vorstellung des Films in Berlin.
Die Taucherglocke ist eigentlich der wichtigste Handlungsort der Folge. Dort nämlich hüllt ein Serienmörder seine Opfer - starke, selbstbewusste Frauen - in Zellophan ein und lässt sie qualvoll ersticken. Und da Lena Odenthal in dieses Schema passt und die Suche nach dem Täter dem Drehbuchautor offenbar als Spannungsmoment nicht ausreichte, gerät auch die Ermittlerin in die Fänge des Mörders.
Odenthal in Gefahr
Folkerts beschrieb die Szenen in der Taucherglocke als "physisch ganz schön anstrengend". Nach dem ersten Drehtag dort sei sie richtig geschafft gewesen, sagte die 49-Jährige.
Neben Folkerts und Hoppe spielen Lars Eidinger, Lars Rudolph, Katja Bürkle und Judith Engel in "Hauch des Todes" mit. Regie führte Lars Montag, der im vergangenen Jahr "Kassensturz", einen viel beachteten SWR-"Tatort", inszeniert hatte. Das Buch zu "Hauch des Todes" stammt aus der Feder von Jürgen Werner, der sich um eine wendungsreiche Geschichte bemühte, die aber nicht besonders überraschen kann.
Bei einer "Tatort"-Diskussionsrunde anlässlich der 50. Folge, an der unter anderem Montag und der noch amtierende SWR-Fernsehfilmchef Carl Bergengruen teilnahmen, ging es auch um die zukünftige Ausrichtung des Formates. Welche Geschichten können überhaupt noch erzählt werden? Gilt künftig das "Primat der Kommissare", wie es vor allem beim Münsteraner "Tatort" mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers schon der Fall zu sein scheint? Oder sollten wieder die Milieus, in denen ermittelt wird, in den Mittelpunkt rücken?
Prioritäten: Kommissar oder Milieu?
Eine eindeutige Antwort konnten die Diskutanten nicht geben. Sowohl Montag als auch der Drehbuchautor Christoph Darnstädt würden den Kommissaren aber nach eigenen Angaben gerne mehr Tiefe geben und nach dem Vorbild von US-Serien wie "The Wire" mehr "horizontal", also über mehrere Folgen hinweg, eine Geschichte erzählen - was bei einer Handvoll, über das Jahr verteilten Folgen, natürlich schwierig ist.
Ulrike Folkerts jedenfalls wünscht sich, wie sie bei der Filmvorführung im Juli sagte, noch viele weitere spannende Fälle für Lena Odenthal, und "dass ich als Kommissarin auch mal richtig böse Fehler machen darf". Langweilig sei ihr beim "Tatort" seit ihrem ersten Auftritt 1989 selten gewesen: "Es ist nur langweilig, wenn das Buch langweilig ist - und das kommt zugegebenermaßen auch vor." Davon abgesehen habe sie aber "total Bock" darauf, weiterzumachen.
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