Ehrenpreis für Helge Schneider: "Deutscher Comedy Preis" verliehen
zuletzt aktualisiert: 14.10.2005 - 23:30Köln (rpo). Helge Schneider ist bei der Verleihung des Deutschen Comedy-Preises 2005 mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. "Ich habe schon mal so einen Preis bekommen, der steht noch bei mir. Ich habe vergeblich versucht, ihn zu verkaufen." Mit dieser Wertschätzung bedankte sich der Entertainer bei der Jury.
Der gerade 50 Jahre alt gewordene Komiker wurde bei der Verleihung im Kölner Coloneum mit stehendem Applaus gefeiert. Laudator Hape Kerkeling sagte über Schneider: "Er macht aus Schwachsinn wirkliche Kunst." "Ich bedanke mich bei allen Menschen auf der Erde", sagte Schneider in seiner im typischen Nonsens-Stil gehaltenen Dankesrede.
Zu den weiteren Preisträgern des festlichen und komischen Abends gehörten unter anderen Christoph Maria Herbst, Hape Kerkeling und Cordula Stratmann. Zahlreiche bekannte Schauspieler und Comedians waren auch als Zuschauer und Laudatoren dabei.
Die mit der Rolle der Annemie Hülchrath bekannt gewordene Cordula Stratmann bekam den Preis gleich zweimal: einmal mit ihren Kollegen für die "Schillerstraße", die als beste Improvisations-Comedy ausgezeichnet wurde. Und einmal als beste Komikerin: "Ich möchte hier niemanden mit anbiedernder Bescheidenheit langweilen", freute sie sich: "Ich finde diese Entscheidung gut."
Den Preis nahm sie aus den Händen von Comedian Dieter Nuhr entgegen, in dessen Augen Frauen ohnehin "das komische Geschlecht" sind: "Frauen benutzen komische Sachen. Probiersöckchen. Untertassen. Aufbau-Shampoo."
"Stromberg" liebt sich
Christoph Maria Herbst durfte sich über die Auszeichnung als bester Schauspieler für die Titelrolle in der bereits mehrfach preisgekrönten Comedy-Serie "Stromberg" freuen. Er erhielt begeisterten Applaus und bedankte sich zunächst artig beim Ensemble der Serie. Nun wolle er aber auch einer Person danken, die ihm näher stehe als jeder andere, sagte er mit beinahe brechender Stimme, ehe er in der Art des egozentrischen Stromberg in die gerührte Stille ergänzte: "Bei mir. Ich liebe mich."
Durch die mit vielen Gag-Einlagen aufgelockerte Preisverleihung führte Ruhrpott-Comedian Atze Schröder, der in seinen Moderationen Prominente wie Paris Hilton ins Visier nahm. Angetan hatte es dem für seine Minipli und getönte Fliegerbrille berüchtigten Comedian hingegen die Medien-Kampagne "Du bist Deutschland", die er mit dem wiederholten Ausruf "Deutschland ist schön" und deftigen Läster-Attacken über andere Nationen unterstützte.
Und auch für Papst Benedikt XVI. hatte er nette Worte übrig - obgleich der vormache, was einigen in Zeiten von Hartz IV vielleicht bevorstehe: "Mit 78 noch mal umschulen und ganz von vorne anfangen."
Der bestens aufgelegte Schröder bekam zudem auch selbst einen Preis: Seine in einem Essener Kiosk spielende Reihe "Alles Atze" wurde Beste Comedy-Serie und setzte sich unter anderem gegen "Stromberg" und "Axel! will's wissen" durch. Schröder lud deren Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst und Axel Stein quasi zum Trost kurzerhand in seine Serie ein: "Spielt mal bei uns im Kiosk mit."
Kurt Krömer bester Newcomer
Für die beste Kinokomödie "7 Zwerge - Männer allein im Wald" durften sich Altmeister Otto Waalkes und seine Mitstreiter Preise abholen: Das unter anderen aus Hans-Werner Olm, Christian Tramitz, Mirko Nontschew, Ralf Schmitz und Heinz Hoenig bestehende Ensemble liefere ein "Trommelfeuer aus höherem Blödsinn in Reinkultur" ab, hieß es in der Jury-Begründung. Der Preis für den besten Newcomer ging an den kultigen Berliner Kabarettisten Kurt Krömer, der für die beste Live-Comedy an Mario Barth.
Als Beste Comedy-Show wurde das Format "Rent-A-Pocher" von Lästermaul Oliver Pocher ausgezeichnet, Beste Sketch-Show wurde "Bully & Rick" mit den früheren "Bullyparade"-Stars "Bully" Herbig und Rick Kavanian. "Dieser Moment hat etwas sehr Emotionales, weil wir in sechs Jahren Bullyparade keinen Preis bekommen haben", freute sich Kavanian - und kündigte an, den Preis mit dem früheren Mitstreiter Christian Tramitz teilen zu wollen. Der war mit seinem Format "Tramitz & Friends" in derselben Kategorie nominiert.
Pünktlich kam die Auszeichnung als bester Komiker für Hape Kerkeling, der sich in dieser Kategorie gegen "Bully" Herbig, Ralf Schmitz und Oliver Pocher durchsetzte und dafür reichlich Applaus erhielt: Seine Show "Hape trifft..." startet Samstag in die zweite Staffel. Außerdem wird er im Frühjahr 2006 die neue RTL-Show "Dancing Stars" präsentieren.
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