"Wunder von Lengede" Kandidat für Grimme-Preis: Deutscher Fernseh-"Oscar": Die Nominierten stehen fest
zuletzt aktualisiert: 29.01.2004 - 16:25Marl (rpo). Nominiert sind u.a. der Sat.1-Zweiteiler "Das Wunder von Lengede" und der ARD-Dokumentarfilm "Schleyer. Eine deutsche Geschichte", aber auch Harald Schmidt und Hape Kerkeling. Das Adolf Grimme Institut gab am Donnerstag die Kandidaten für den Grimme-Preis bekannt.
Der Grimme-Preis wird in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben. Drei unahängige Nominierungskommissionen wählten aus 510 Fernsehproduktionen und spezielle TV-Leistungen in den Sparten Fiktion & Unterhaltung, Information & Kultur sowie Spezial die Nominierten aus. Die Jubiläums-Preisverleihung wird von Sandra Maischberger moderiert und findet am 3. April im Theater in Marl statt. Bundespräsident Johannes Rau hat seine Teilnahme zugesagt.
Nach Auffassung des Leiters des Adolf Grimme Instituts, Bernd Gäbler, brachte das Fernsehjahr 2003 "keinen Durchbruch" für das Qualitätsfernsehen. Es seien aber eine "Fülle hervorragender Einzelstücke" gesendet worden, darunter glänzende schauspielerische Leistungen, gute politische Dokumentationen und Entdeckungen im Bereich der Fernsehunterhaltung.
SAT.1 fünf Mal nominiert
Die öffentlich-rechtlichen Sender haben den Angaben zufolge bei den Nominierungen die Nase vorn und sind vor allem in der Sparte Information und Kultur dominant. Der Privatsender Sat.1 ist mit fünf Nennungen nominiert - so viele wie noch nie in seiner Geschichte. RTL ist mit Harpe Kerkeling, der Reporterin Antonia Rados und der Serie "Die Sitte" dreimal vertreten, ProSieben zweimal.
Erstmals nominiert ist der Sender Deutsche Welle TV mit seiner Eigenproduktion "Der durstige Planet". Der Kinderkanal bringt es auf drei Nominierungen und zeigt damit dem Institut zufolge das "gewachsene Qualitätsbewusstsein" bei Kindersendungen.
Gleich mehrfach nominiert wurden der Schauspieler Armin Rohde für seine Leistungen in "Das Wunder von Lengede", "Dienstreise - Was für eine Nacht (beide Sat.1) und "Nachtschicht - Amok (ZDF) sowie Heino Ferch für "Das Wunder von Lengede" und "Das Konto" (ARD). Unter den nominierten Dokumentationen sind "Reporter vermisst" (SWR/Arte, "Marschbefehl für Hollywood" (ARD/NDR) und "Der Contergan-Skandal" (ARD).
Insgesamt können die unabhängigen Jurys bis zu 14 Auszeichnungen vergeben. Ihr gehören TV-Kritiker, Publizisten sowie Medienwissenschaftler und Bildungsfachleute an. Die Preisgerichte tagen Mitte Februar in Marl.
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