"Um Himmels Willen" in der ARD: Die Neue an Weppers Seite
VON GUIDO DIESING - zuletzt aktualisiert: 23.01.2007 - 14:35Düsseldorf (RPO). In 65 "Um Himmels Willen"-Folgen hat Fritz Wepper sich als Bürgermeister Wöller mit Jutta Speidel als Schwester Lotte gestritten. Nun macht ihm Janina Hartwig, die als Nonne aus Berlin nach Bayern kommt, das Leben schwer.
Plötzlich ist sie weg. Schwester Lotte hat das Kloster Kaltenthal überstürzt verlassen, um ans Sterbebett ihres Freundes Pater Roman nach Nigeria zu eilen. Doch für ihren Intimfeind Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper) heißt das keineswegs, dass er nun freie Hand hat. Denn natürlich hat die gewitzte Nonne vorgesorgt und eine befreundete Ordensschwester aus Berlin namens Hanna Jakobi nach Kaltenthal beordert.
Die Freunde der Serie „Um Himmels Willen“ wird‘s freuen. Zwar müssen sie sich an eine neue Hauptdarstellerin gewöhnen, aber immerhin nicht ganz auf Geschichten der Marke „Don Camillo und Peppone auf niederbayrisch“ verzichten. Anstelle von Jutta Speidel, die vier Jahre und 65 Folgen lang als Schwester Lotte zu sehen war, wird künftig Janina Hartwig als Schwester Hanna Fritz Wepper das Leben schwer machen.
Das Strickmuster der Serie bleibt unangetastet. Dass sie nun gezwungenermaßen mit Jutta Speidel verglichen werden wird, macht Janina Hartwig keine Sorgen: „Jutta hat wunderbare Fußstapfen vorgegeben, aber so wie sie eine eigenständige Schauspielerin ist, bin ich es auch.“ Die 45-Jährige freut sich, als zupackende Schwester Hanna ihre Stärken zeigen zu können: „Hanna wurde mir auf den Leib geschrieben. Sie ist mir sehr nah - eine ganz pragmatische, direkte Figur, die hauptstädtisches Flair ins Kloster bringt und die Leute in Kaltenthal ordentlich aufmischt.“ Besonders reizvoll findet die Berlinerin die Arbeit im Nonnenkostüm: „Das ist für eine Schauspielerin eine tolle Sache. Darin habe ich nur mein Gesicht und die Körpersprache als Ausdrucksmittel. Man spielt damit frei von allen Eitelkeiten und kann sich ganz auf sich besinnen.“
Ihre Vorgängerin war da anderer Ansicht. „Die schauspielerischen Möglichkeiten mit einer Kutte sind begrenzt“, hatte Jutta Speidel ihren Ausstieg unter anderem begründet. „Lotte kann nie kriminell werden. Sie wird nie eine große Liebesgeschichte haben, nie Kinder.“ Solche Überlegungen spielen für Janina Hartwig keine Rolle. Sie genießt die neue Herausforderung und freut sich über die Zusammenarbeit mit Fritz Wepper: „Ein wunderbarer Kollege, der in dieser Rolle einfach grandios ist. Wir haben sofort gemerkt, dass wir einen ähnlichen Humor haben.“
Dass Janina Hartwig sich auch sonst im Darsteller-Team der ARD-Serie gut eingelebt hat und mit den neuen Kollegen und vor allem Kolleginnen wohl fühlt, ist offensichtlich. Beim Blick auf ein Foto der versammelten Schwestern im Presseheft seufzt die Neue zufrieden: „Hach, meine Mädels!“
Die Zuschauerzahlen werden zeigen, ob das Publikum Jutta Speidel nachtrauert oder die neuen Akzente durch Janina Hartwig begrüßt. Als Schwester Hanna am Ende ihrer ersten Folge bescheiden anmerkt, sie bilde sich nicht ein, Schwester Lotte ersetzen zu können, stöhnt die Oberin nur: „Eine zweite Schwester Lotte - das fehlte mir gerade noch!“ Wie das Publikum dies sieht, dürfte eine interessante Frage werden.
Um Himmels Willen, ARD, 20.15 Uhr
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