Fernsehen auch mit tragbaren Geräten möglich: Digital-TV per Antenne ab Mai 2004 auch in NRW
zuletzt aktualisiert: 20.10.2003 - 19:16Hannover (rpo). Nach Berlin-Brandenburg wird Digitalfernsehen per Antenne ab dem 24. Mai 2004 auch in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen empfangbar sein. Das teilten die zuständigen Medienanstalten am Montag mit.
Vor einem Jahr war der Raum Berlin-Brandenburg Vorreiter der Umstellung des TV-Empfangs von analoger auf digitale Technik. Wie die niedersächsische Landesmedienanstalt am Montag in Hannover mitteilte, sehen Vereinbarungen der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender sowie der Landesmedienanstalten vor, dass im Mai zunächst 16 Fernsehprogramme in den Regionen Hannover-Braunschweig, Bremen-Unterweser und Köln-Bonn digital über Antenne zu empfangen sind.
Am 8. November 2004 werden dort die analogen Kanäle abgeschaltet und die Zahl der digital ausgestrahlten Programme auf 24 erhöht, wie die Niedersächsische Landesmedienanstalt mitteilte. Ebenfalls am 8. November 2004 folgen die Region Hamburg-Lübeck mit 24 Programmen, die Region Kiel mit 16 und die Region Düsseldorf-Ruhrgebiet mit acht Programmen. Etwa ein halbes Jahr später sollen auch dort 24 Programme per DVB-T (Digital Video Broadcast - Terrestrial) verbreitet werden.
Dann würden etwa zwölf Millionen Einwohner - etwa 4,5 in Norddeutschland und etwa 7,5 in Nordrhein-Westfalen - DVB-T mit einer Zimmerantenne empfangen können, über Dachantenne sogar rund 24 Millionen Einwohner.
Große Vorteile
NDR-Intendant Jobst Plog erklärte, der digitale Empfang über Antenne habe für die Zuschauer große Vorteile. Nicht nur, dass sich die Empfangsqualität verbessere, durch die digitale Technik ließen sich zukünftig deutlich mehr Programme empfangen als bisher - auch unterwegs mit tragbaren Minifernsehern, Notebooks oder Taschencomputern.
WDR-Intendant Fritz Pleitgen erwartet einen großen Erfolg: "Ich bin davon überzeugt, dass die terrestrische Verbreitung mit Hilfe von DVB-T ein starkes Comeback feiern wird." Voraussetzung für den Empfang ist ein Zusatzempfangsgerät (Set-Top-Box) für unter 100 Euro oder ein digitaltauglicher Fernseher. "DVB-T wird es schaffen, dass künftig selbst Staus erträglich werden", meinte Pleitgen.
Der Deutsche Kabelverband kritisierte, dass in Deutschland der Ausbau terrestrischer Sendenetze (DVB-T) durch Fernsehgebühren subventioniert werde, während die Kabelbetreiber ihre Investitionen in den Ausbau ihrer Netz- und Angebotsstrukturen ohne öffentliche Gelder selbst finanzieren. Das sei eine wettbewerbsverzerrende Subventionspolitik. Der Verband wies darauf hin, dass die digitale Terrestrik nur rund 24 Programmangebote transportieren könne, das digitale Kabel jedoch bis zu 500 Programme und Dienste.
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