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Rapper fliegt nach Hitlergruß aus "Dschungel-Camp": Der Tomekk-Skandal - es bleiben Fragen

VON ANDRÉ SCHALL - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 - 11:39

Düsseldorf (RPO). Für DJ Tomekk ist die Party vorbei. Der Rapper wurde vom Sender RTL aus der Dschungel-Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" geworfen. Der Grund: Vor Beginn der Staffel ließ sich der 31-Jährige im Hotel bei einem Hitlergruß filmen. Doch warum tauchte das besagte Video erst jetzt auf?

Es war der Skandal im "Dschungel-Camp": Die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach teilten den Kandidaten am Ende der Sendung am Dienstag mit, DJ Tomekk sei aus der Show geworfen worden und käme aus "persönlichen Gründen" zunächst nicht mehr zurück.

Erst am nächsten Morgen wurde klar, was geschehen war. Ein Video war aufgetaucht, das den Künstler dabei zeigt, wie er die rechte Hand zum Hitlergruß hebt und Auszüge aus der ersten Strophe des Deutschlandlieds trällert. Anschließend sagt er noch: "So viele Ausländer hier im Haus."

Aufgezeichnet worden war dies in einem australischen Hotel, unmittelbar vor der Abreise desr Kandidaten ins Camp. Tomekk lächelt auf den Bildern, scheint seine Aktion als großen Jux zu verstehen. Der Mann hinter der Kamera ruft "Boah, Tomekk", als der Rapper zum Gruß ansetzt und lacht auch danach noch lautstark - auch er glaubt offenbar an einen aus dem Ruder gelaufenen Spaß.

Bizarres Szenario

Tatsächlich wirkt das ganze Szenario äußerst bizarr. Der Sohn einer polnischen bildenden Künstlerin und eines marokkanischen Konzertpianisten lässt sich im Vorfeld einer deutschen TV-Show auf Band aufnehmen, wie er Nazi-Parolen loslässt?

Auch muss die Frage erlaubt sein, warum das Bildmaterial, das bereits am frühen Mittwochmorgen (und damit schon fast unheimlich schnell) bei der "Bild"-Zeitung zu sehen war, erst knapp zwei Wochen nach der Aufnahme in den Medien auftaucht.

Eines wollen wir zunächst aber mal klarstellen: Ein Hitlergruß ist unentschuldbar. Punkt. Und das weiß auch Tomekk. Es gibt Dinge, die einfach nicht gehen. Ob nun als Jux oder nicht. Der Spruch "So viele Ausländer hier im Haus" kann man in der Kategorie "Spaß" dagegen vielleicht noch verzeihen.

Schließlich sind in einem australischen Hotel tatsächlich alle Kandidaten, die zu diesem Zeitpunkt in der Lobby versammelt waren, faktisch gesehen Ausländer. Ebenso das Kamera-Team. Richtig geschmackvoll ist das auch nicht, aber über die Grenzen des schwarzen Humors kann man ja bekanntlich streiten.

Zudem ist man schon geneigt, ihm zu glauben, wenn der 31-Jährige beschwört, nicht ausländerfeindlich zu sein: "Ich bin in Wedding groß geworden, das ist 'n Berliner Bezirk mit weit über Durchschnitt Ausländeranteil. Meine Freundin ist schwarz und ich bin alles andere als fremdenfeindlich." Zu viele Dinge passen hier einfach nicht zusammen.

Dass Tomekk, dessen Verhalten laut australischem Gesetz nicht strafbar ist, ins "Dschungel-Camp" zurückkehrt, gilt als unwahrscheinlich. Der Rapper soll sich schon wieder auf dem Weg zurück nach Berlin befinden. Bei seiner Ankunft in der Hauptstadt, so wurde angekündigt, werde er eine Pressemitteilung zu den Vorfällen auf seiner Internetseite veröffentlichen.

Erst dann wird man genau wissen, wie es zum vermeintlichen "Jux" kam und wie Tomekk die Situation entschuldigt. Bis dahin gibt es aber schon ein offizielles Statement, das von RTL veröffentlicht wurde:

 "Hi, hier ist DJ Tomekk, ich bin sehr betroffen von dem Video, das ich gerade gesehen habe. Keinerlei rechtes Gedankengut oder nazistische Ideen trage ich in mir. Im Gegenteil: Ich bin ein Pole, der in Berlin wohnt, mit einem polnischen Pass. Ich stehe für Integration und Zusammenhalt der Kulturen. Mein dummes Witz-Gelaber tut mir unendlich leid. Für alle Leute, die sich davon betroffen fühlen: es tut mir unheimlich leid, es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid! Sorry, Sorry, Sorry! Hip-Hop bedeutet für mich den Zusammenhalt von schwarz und weiß und aller anderen Kulturen. Im Moment bin ich tief erschüttert und entschuldige mich für meinen niveaulosen Humor. Und alles weitere dann in Deutschland: Peace, meine Brüder und Schwestern", heißt es dort. 


 
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