Zentralrat der Juden über DJ Tomekk empört: "Wer Hitler feiert, muss geächtet werden"
zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 - 16:09Hamburg (RPO). Der Musiker DJ Tomekk bedauert den Hitlergruß, der zum Rauswurf des Rappers aus dem RTL-Dschungelcamp führte. Er hatte vor Beginn der Show vor einer Woche in einem australischen Hotel die rechte Hand gehoben und die von den Nationalsozialisten verwendete erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen. Der Zentralrat der Juden ist jedoch empört.
Die Szenen sind auf einem Video zu sehen, wie die "Bild"-Zeitung in ihrem Aufmacher enthüllt hat. Der 31-Jährige entschuldigte sich am Mittwoch in einer Erklärung und bezeichnete seine Äußerungen selbst als "niveaulosen Humor".
Kein Verständnis dafür zeigt RTL. "Diese Art Humor ist nicht akzeptabel im Umfeld der Produktion einer Fernsehsendung. Tomekk ist bereits auf dem Rückweg nach Deutschland", sagte RTL-Sprecher Christian Körner.
Das Entsetzen über den Vorfall im "Dschungel-Camp" ist groß: "Die Sache ist schockierend und erklärungsbedürftig", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, der "Bild"-Zeitung: "Wer Hitler feiert, muss geächtet werden."
DJ Tomekk betonte, er sei sehr betroffen. Er trage keinerlei rechtes Gedankengut in sich: "Im Gegenteil: Ich bin ein Pole, der in Berlin wohnt, mit einem polnischen Pass." Er stehe für Integration und Zusammenhalt der Kulturen. "Mein dummes Witz-Gelaber tut mir unendlich leid. Für alle Leute, die sich davon betroffen fühlen: Es tut mir unheimlich leid." Im Moment sei er tief erschüttert.
RTL habe am Dienstag von dem Video erfahren und DJ Tomekk aus der Show genommen, damit er zu den Vorwürfen Stellung nehmen konnte, teilte der Sender am Mittwoch mit.
In der am Dienstagabend ausgestrahlten Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" hatte Moderatorin Sonja Zietlow lediglich erklärt: "Wir mussten ihn aus persönlichen Gründen aus dem Camp nehmen." Die Gründe sollten am Mittwoch bekanntgegeben werden.
RTL-Sprecher Claus Richter sagte auf Anfrage der AP, es gebe keinen Deal zwischen dem Sender und der "Bild"-Zeitung über eine bevorzugte Berichterstattung. Vielmehr habe die Zeitung das Video des Musikers gehabt und RTL damit konfrontiert.
Die dritte Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" aus dem australischen Dschungel ist für RTL bisher ein Erfolg. In der täglichen Sendung erreicht der Sender nach eigenen Angaben immer über 30 Prozent Marktanteil in der Werbezielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Am Dienstag lag RTL bei einem Anteil von 36,3 Prozent. Am Samstag wird der "Dschungelkönig" gekürt.
Der heitere Dschungel-Reigen geht in die sechste Runde. Noch vier von elf Promis stellen sich den harten, ekligen und für die Zuschauer meist ziemlich unterhaltsamen Dschungelprüfungen. Aber wer hat wirklich das Zeug zum Dschungelkönig?
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