Sechste Mottoshow bei DSDS: Bohlen im Witze-Notstand - Zazou raus
VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 10.04.2011 - 10:23Düsseldorf (RPO). Diesmal verlief alles glatt. Nach der sechsten DSDS-Mottoshow ist jemand ausgeschieden. Getroffen hat es am späten Samstag die schöne Schweizerin Zazou Mall. Ansonsten verlief der Abend fad. Wieder einmal. Die Jury lobte und versuchte die fehlende Dramatik durch Witzemachen zu ersetzen. Beim Zuschauer weckte das eher Sehnsucht nach dem Superarzt.
Der Abend der sechsten Mottoshow bei „Deutschland sucht den Superstar“ ging an diesem Samstag schon wieder mit sechs Kandidaten ins Rennen. Am Samstag hatte jeder unter dem Motto „Europa gegen Amerika“ abermals die Gelegenheit, zwei Titel vorzutragen.
Die Extra-Wiederholungswurst hatte RTL sich in der Vorwoche ermöglicht, weil eine angebliche Panne beim Telefon-Voting ein klares Ergebnis verhinderte. Ob die zusätzliche Woche mehr DSDS der bisher überwiegend öden Staffel helfen kann, an Fahrt zu gewinnen, blieb dabei offen.
Markantes ist Mangelware
Die Quoten werden mit Sicherheit auch in der sechsten Castingshow hervorragend gewesen sein, DSDS hat dabei eine erstaunliche Stabilität entwickelt. In der vorangegangenen Woche blieb die Show zwar erstmals unter sechs Millionen Zuschauern, doch lag das mehr an herrlichem Sonnenwetter als nachlassendem Interesse. Musikalisch aber zählen die Kandidaten dieser Staffel zu den schwächsten der vergangenen Jahre. Echte Typen sind eine Ausnahmeerscheinung, herausragende Momente sind rar oder aus der DSDS-Regiekammer vorproduziert.
Das galt so auch für die Ausgabe vom Samstag. Selbst die Urteile der Jury waren beliebig. Die austauschbaren Juroren Patrick Nuo und Fernanda Brandao beteuerten in schöner Regelmäßigkeit Gänsehautgefühl und Bohlen urteilte wie immer: Der selbst ernannte Pop-Titan machte die von ihm ungeliebten Zazou für „Gequäke“ nieder, schwärmte aber von Sarah Engels und ihrem tollen Höschen, das sie bei einer Nummer zielsicher hervorblitzen ließ.
Ein Höschen-Blitzer vom Reißbrett
Die Ödnis dieses Abends lag auch an der Song-Auswahl der Kandidaten. Die meisten gingen auf Nummer sicher und blieben ihrer Rolle treu. Sebastian „Basti“ Wurth lieferte brave Auftritte als Mädchenschwarm ab, Ardian Bujuppi blieb vor allem cool, Pietro Lombardi betätigte sich als bunter Gute-Laune-Kasper, der Österreicher Marco Angelini untermauerte seinen Ruf als Rampensau.
Mut bewies lediglich die rheinische Soul-Sirene Sarah Engels. Bei der aufgekratzten Uptempo-Nummer „Walking on Sunshine“ von "Katrina and the Waves" wollte sie es ausnahmsweise mal krachen lassen, schüttelte im kurzen Röckchen Hüfte und Oberweite und ließ dabei sogar gezielt für die Kamera in der Froschperspektive das Höschen aufblitzen.
Zum Abschlecken
Wohl fühlte sie sich damit allem Anschein nicht, schaute auch mal unsicher zu Boden und eierte in der ein oder anderen Passage sogar stimmlich. Dem bekennenden Engels-Fan Bohlen war das völlig egal. Das Engels-Höschen hat offenbar Bohlens Urteilsvermögen außer Kraft gesetzt. Der Auftritt sei gewesen wie eine Briefmarke – zum Abschlecken.
Der Chef-Juror ist völlig zu Recht auch wegen seiner Sprüche berüchtigt. An diesem Abend erwiesen sie sich als noch schlechter als sonst und kamen wie ein Versuch daher, noch ein bisschen Pep in die ereignisarme Show zu bringen. Zazou gegenüber kalauert er, das sei nicht Shakiras „Wacka-Wacka“ gewesen, sondern „Kacka-Kacka“, dem vergesslichen Pietro Lombardi konfrontierte er mit einem Jesus-Vergleich: „Der hatte An-Hänger, du Text-Hänger.“
Schreyl versucht sich als Dr. Sommer
Dass sich zwischendurch auch noch Moderator Marco Schreyl als Witzemacher versuchte, machte den Abend auch nicht besser. „Ich kann dein Dr. Sommer sein, ich kann dir alles beibringen“, bedrohte er Mädchenschwarm Basti, dessen Gesicht auf dem Titelbild der jüngsten Ausgabe der Bravo zu sehen war.
So war die Entscheidung, wen es denn am Ende wohl treffen würde, das einzig Bemerkenswerte an dieser sechsten Mottoshow. Die Jury hatte sich zuvor zwei Kandidaten herausgepickt, die schon länger auf der Abschussliste stehen: die Schweizerin Zazou Mall und den Österreicher Marco Angelini. „Du bist sicher ein Superarzt, der ganz toll singen kann, aber den nächsten Superstar sehe ich nicht in dir“, watschte Bohlen den Grazer Medizinstudenten ungewohnt nüchtern ab.
Zazou - die Leichtigkeit war ohnehin schon verloren
Am Ende traf es dann Zazou. In den Medien war die attraktive 26-Jährige zu einem der prägenden Gesichter von DSDS geworden, immer wieder war sie auf den Titelblättern zu sehen. Auf der Bühne sah sie auch am Samstag umwerfend aus und bewegte sich gut. Der oftmals unsichere Gesang war hingegen schon immer ihr Schwachpunkt. Für den Einzug unter die letzten fünf reichte es einfach nicht. Die fröhliche Leichtigkeit der ersten Wochen, als sie noch barfuß im einfachen Kleidchen gesungen hatte, hatte sie in den jüngsten Wochen ohnehin schon mehr und mehr verloren. Nun hat die Quälerei ein Ende.
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