Überraschung bei DSDS: "Bom-Basti" Wurth ist raus
VON LAURA BUCHACKER - zuletzt aktualisiert: 17.04.2011 - 11:13Düsseldorf (RPO). In den letzten Minuten vor der Entscheidung kam bei DSDS tatsächlich noch einmal so etwas wie Spannung auf. Einige wenige Sekunden lang fragte man sich, was wohl passieren würde, als Ardian Bujupi und Sebastian Wurth einander fest umschlungen auf die Verkündung des Urteils warteten. Getroffen hat es den DSDS-Favoriten: Der 16-jährige Mädchenschwarm Bastian musste gehen.
Es war die einzige Überraschung eines ansonsten faden und einfallslosen Abends. Bis zum Schluss gab es nichts Neues. Unter dem Motto "80er, 90er und das Beste von heute" sangen die Kandidaten ihre drei Songs in jeweils typischer Manier: Sarah Engels - wie gewohnt gut - punktete am Ende vor allem mit der klassischen Schmalz-Ballade "Footprints in the Sand" von Leona Lewis. Pietro Lombardi hatte diesmal keine Text-Hänger, zeigte sich aber dafür gewohnt begriffsstutzig im Gespräch mit Moderator Marco Schreyl. Ardian Bujupi war lässig und in einer Kleidung die wohl so etwas wie Sexappeal erzeugen sollte. Marco Angelini zeigte den üblichen, fast schon übertriebenen Eifer und Sebastian Wurth gab sich so gefühlvoll wie immer.
Angelini in der Kritik
Nachdem in den vergangenen Shows vor allem die hübsche Schweizerin Zazou immer wieder hart einstecken musste und dann am Ende rausflog, machte die Jury nun Marco Angelini zur Zielscheibe des schlechten Urteils. Schon in der ersten Runde kritisierte Co-Juror Patrik Nou erstaunlich kalt: "Es genügt nicht nur einen Ton zu treffen." Auch Fernanda Brandao hatte wenig warme Worte für den dauerlächelnden Österreicher.
Lediglich Chef-Juror Dieter Bohlen hielt sich zurück und bemängelte bloß den fehlenden Wiedererkennungswert. Der angehende Arzt nahm die Kritik widerstandslos hin. Hatte er in der vergangenen Woche noch im Kölner Express gegen RTL gewettert und dem Sender unlautere Machenschaften vorgeworfen, zeigte er sich an diesem Abend so gelassen wie früher. Lächelnd stand er da, als würde jede Kritik von ihm abperlen. Lediglich in seinen Auftritten merkte man ihm den Druck an. Auf der Bühne sang Angelini als ginge es um sein Leben. Das belohnten die Zuschauer und riefen für ihn an.
Dieter Bohlen zahm und beliebig
Auch im weiteren Verlauf des Abends fragte man sich, was mit Bohlen los ist. Der selbsternannte Pop-Titan zeigte sich ebenso fade und einfallslos wie das Gesamtkonzept der Show. Überhaupt konnte man den Eindruck gewinnen, Bohlen hätte den Chefsessel an Nuo abgegeben. Der fiel als einziges Mitglied der Jury mit echter Kritik auf. Als Pietro Lombardi in der ersten Runde eine bisweilen sehr seltsame Variante von "I just call to say I love you" vom Besten gab, war es allein Nuo, der sich traute ein wenig zu kritisieren: "Ich fand drei - vier Stellen nicht gut."
Unerwartetes Zittern am Schluss
Angelini schien der sichere Verlierer des Abends zu werden. Doch als der dann unerwartet vor Ardian Bujupi und Sebastian Wurth in die nächste Runde einzog, wendete sich das Blatt. Plötzlich schien sich keiner mehr sicher zu sein, wer nach Hause gehen muss. Keiner, außer Ardian selbst, der schon vor Verkündung des Urteils dem Bravo-Liebling Basti zu seinem Sieg gratulieren wollte. Tatsächlich war sich der Kosovo-Albaner so sicher, gehen müssen, dass er schon regelrecht abschaltete, seinen Fans zurief, gegen Basti habe er keine Chance, und den Sechszehnjährigen fast zu zerquetschen schien, als er ihn herzlich umarmte. Er wäre ein fairer Verlierer geworden, aber das Publikum entschied anders: Ardian darf weiter singen, für Basti ist es aus mit DSDS.
So richtig schien keiner damit gerechnet zu haben. Dieter Bohlen zog ein halb ungläubiges, halb schmerzverzerrtes Gesicht. Sebastian selbst trug es mit Fassung. Vielleicht war er aber auch zu überrascht um schon reagieren zu können. Mit ihm geht einer der Favoriten der siebenten Staffel. Gut Möglich, dass Jury und Zuschauer sich einfach zu sicher waren, den Wipperführter unter den letzten drei zu sehen.
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