Castingshow wird immer skurriler: Ex-Knacki und Cowboy singen bei DSDS
zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 18:20Düsseldorf (RPO). Ein Teenager, der sich vor Aufregung in die Hose macht, eine pöbelnde Gesangslehrerin, ein Ex-Knacki und ein einsamer Cowboy: Das ist die Auswahl von RTL für die neue Staffel "Deutschland sucht den Superstar". Um die Sangeskünste geht es bei der Show der Peinlichkeiten nur noch ganz am Rande.
Seit sechs Jahren sucht RTL neue Superstars für Deutschland - bekommen hat das Land jedoch nur ein paar schräge Vögel mehr, die durch die Fernsehgeschichte geisterten. Schließlich sind Castingshows inzwischen TV-Alltag, da muss man schon etwas bieten, damit die Quoten weiter stimmen. Und so dürfen immer mehr Menschen auf die Bühne und vor die Jury treten, die zwar alles mögliche sind - aber keine Sänger.
Selbstdarsteller und Dilettanten
Die Jury mit Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller sucht seit Beginn des Jahres in insgesamt sieben Städten aus ganz Deutschland die neuen Superstars. Doch zuvor "müssen" sie sich mit schlichten Gemütern, skurrilen Selbstdarstellern und anderen Dilettanten herumschlagen. Da Bohlen in seinen Sprüchen ja ein bisschen vorsichtiger sein muss (2008 wurde RTL wegen Verstößen gegen die Jugendschutzbestimmungen zu einem Bußgeld von 100.000 Euro verdonnert), werden die Kandidaten eben noch ausgefallener.
Gutes Beispiele dafür ist Bernd Martini aus Sinsheim. Der 30-Jährige hält sich für einen waschechten Cowboy. Und als wäre das nicht schon seltsam genug, plaudert er auch noch freudig über sein Häschen "Hoppel" und verrät, dass er eine Frau sucht. Diese Steilvorlage lässt sich RTL natürlich nicht entgehen. Und so wird mehrfach darauf hingewiesen, dass der Mann mit dem Westerfimmel und dem Häschen ja noch Junggeselle ist - nur in drastischeren Worten.
Der eigentlich Auftritt ging dann schnell über die Bühne: Martini sang das Lied „Sailing“ von Rod Stewart und fiel erwartungsgemäß sofort durch. Bohlen sagte nur: „Es ist ein schönes Lied, aber nicht wenn du es singst.“
Auch Nilay Uzundere (39) hatte mit der scharfen Kritik von der Jury zu kämpfen. Die gelernte Gesangslehrerin aus Berlin, die von ihrer Stimme außerordentlich überzeugt ist, wagte sich an die ganz hohen Töne. Doch anstatt Beifall zu bekommen waren die Reaktionen nur schmerzvoll verzogene Gesichter. Die 39-Jährige war außer sich, schrie die Jury an und war bei ihrem Wutausbruch von ganz Deutschland zu sehen.
Auftritt des "Sugar Daddys"
Ebensowie Marcel Finette in einem der wohl peinlichsten Momente seines Lebens: Man hätte diese Szene rausschneiden können, man hätte den Kandidaten nochmal eine Chance geben können - doch RTL entschied sich dafür zu zeigen, wie sich ein aufgeregter 19-Jähriger vor laufenden Kameras mit einem Pinkelfleck in der Hose auftrat.
Der Bonner sorgte natürlich für Gespött bei der Jury. Ob er sich in die Hose gemacht habe, fragte Bohlen geradeheraus. Marcel rang um eine Antwort und erklärte: „Nein ich musste vorhin nur ganz ganz dringend auf Toilette deshalb sieht das so aus.“ Damit wollte er wohl sagen, dass er es nicht mehr ganz geschafft habe. Bohlen gab sich vermeintlich hilfsbereit und erklärte wie der junge Mann solche Peinlichkeiten in Zukunft vermeiden könne.
Für einen weiteren Hingucker sorgte die 21-jährige Yasemin Schakmak aus Stuttgart, die mit ihrem 30 Jahre älteren Freund bei DSDS auftauchte. „Liebe kennt kein Alter“, betonte der Herr im Anzug immer und immer wieder vor laufender Kamera. Keine Soap-Opera könnte mehr bieten. Yasemin war aber nicht nur durch ihre Liason spannend, sie konnte sogar singen und kam weiter.
Einen sehr seltsamen Eindruck hinterließ Agnes Brücher. Die 22-Jährige aus München sprach mit ausländischen Akzent und sehr stockend- obwohl sie in Deutschland geboren wurde und deutsche Eltern hat. Die Jury hakte nach. Die Verkäuferin versuchte dann in unvollständigen Sätzen zu erklären, dass ihre schlechte Aussprache daher komme, dass sie viel mit Ausländern zu tun habe.
Einer der Kandidaten mit großem Unterhaltungswert wird in der nächsten Sendung am Mittwoch für Furore sorgen: Menowin Fröhlich war 2005 bereits bei DSDS dabei - doch dann klickten die Handschellen. Der heute 22-Jährige musste wegen schwerer Körperverlezung in mehreren Fällen zwei Jahre ins Gefängnis, schreibt "Bild".
Dieter Bohlen zählt den Ex-Häftling zu den Favoriten der neuen Staffel. Und den Einschaltquoten dürfte die unterhaltsame Kombination aus krimineller Vergangenheit, Läuterung und guter Stimme zugute kommen.
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