Erstes Album erscheint: Max Buskohl ist ein vielversprechender Rebell
zuletzt aktualisiert: 22.11.2007 - 20:45Berlin (RPO). Er ist begabt, er ist unangepasst - und er ist der erste, der aus freien Stücken der Casting-Show "DSDS" den Rücken kehrte. Der Grund: Max Buskohl wollte sich nicht vorschreiben lassen, welche Musik er macht. Am Freitag legt er nun sein erstes Album vor.
Das Zeug zu einer Karriere hätte er. Ob er auch eines Tages Rock'n'Roll Geschichte schreibt, muss Max Buskohl jedoch seinen Hörern erst beweisen. Doch schwer wird der Einstieg ins Platten-Business nicht. Das erste Album, das der 18-jährige Sänger und Frontman der Berliner Band Empty Trash vorlegt, ist vielversprechend, eingängig und rockig.
Dieter Bohlen dürfte das ärgern, schließlich hatte er als DSDS-Jurymitglied mehrmals mit Buskohl im Clinch gelegen und dazu beigetragen, dass der Musiker schließlich aus der Sendung ausstieg. Trotz mehrmaliger Ermahnungen habe sich Buskohl nicht an Vereinbarungen gehalten, rügte RTL seinerzeit, und Bohlen warf dem Sänger vor, sich nicht mit ganzem Einsatz auf DSDS eingelassen zu haben. "Ich hatte keine Lust, mich verbiegen zu lassen und Sachen zu singen, auf die ich keine Lust hatte", sagt Buskohl heute.
Buskohl wollte lieber mit seiner Band Musik machen, anstatt sich als Solo-Künstler aufbauen zu lassen. Herausgekommen ist nun das Album "Confession", das bei EMI erscheint. Die erst vor zwei Jahren an der internationalen Nelson Mandela School in Berlin gegründete Formation überrascht mit starken Gitarrenrock der heftigeren Sorte. Neben Buskohl sorgen Bassist Julius Casper Murke, die Gitarristen Stefan Kull und Tim Schultheiss sowie Drummer Per Jacob Blut dafür, dass Empty Trash einen überzeugend eigenständigen Sound vorweisen können, der das Niveau auch ambitionierter Schülerbands deutlich hinter sich lässt.
Buskohl charakterisiert den Stil von Empty Trash als "Straight Rock" mit Einflüssen von Led Zeppelin über Iggy Pop und den Arctic Monkeys bis zu The Killers. Das mag den auf eingängige Melodien abonnierten Dieter Bohlen ebenso befremden wie manche Radiohörer. Musikalisch könnten Empty Trash aber auch in der internationalen Independent-Szene bestehen. Produzent Patrik Berger schafft es, die Energie der in zahlreichen Live-Auftritten erfahrenen Band zu strukturieren und in klare Bahnen zu lenken. Dabei bleiben genügend Freiräume für Max Buskohl, der auch als Songschreiber zu überzeugen weiß.
Bisher hatten allerdings alle "DSDS"-Austeiger, die sich nicht den strikten Regularien der Castingshow unterwerfen wollten, zügig in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet. Erst in diesen Tagen versucht sich Elli Erl, "Superstar"-Siegerin 2004 und Bohlen-Verweigerin, zum wiederholten Mal an einem Comeback. Empty Trash könnte diese bedauerliche Geschichte der vergeudeten Talente beenden. "Ich will, dass wir es als Band schaffen und dass wir von unserer Musik leben können", hofft Buskohl.
In der Internet-Gemeinde ist die Vorfreude auf das Album seit Wochen groß. Ab Freitag können die Fans entscheiden, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind - und Buskohl den Abgang aus der Castingshow überhaupt nötig gehabt hätte.
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