Verleihung des wichtigsten US-Fernsehpreises: Echtzeit-Thriller "24" räumt Emmys ab
zuletzt aktualisiert: 28.08.2006 - 09:35Los Angeles (rpo). Die Krimiserie "24" hat bei der Emmy-Verleihung abgeräumt - der wichtigste Fernsehpreis der USA ging an die Serie und den Hauptdarsteller Kiefer Sutherland. Wider erwarten ging Steven Spielbergs Westernserie "Into the West" nahezu leer aus - ebenso wie die Publikumsrenner "Lost" und "Desperate Housewives".
"Hin und wieder gibt es so einen Abend, der einen daran erinnert, dass man sehr viel bekommen hat und dies ist so ein Abend", sagte Sutherland. "Die Erfahrung bei '24' waren für mich einfach bemerkenswert."
Die Actionserie "24" ist der große Gewinner bei der diesjährigen Vergabe des amerikanischen Fernsehpreises Emmy. "24" wurde als beste Serie in der Kategorie Drama ausgezeichnet, Hauptdarsteller Kiefer Sutherland erhielt einen Emmy als bester Schauspieler. Das im Vorfeld hoch gehandelte Medizin-Drama "Grey's Anatomy" ging bei der Zeremonie in Los Angeles leer aus, während einige bereits abgesetzte Serien noch eine letzte Ehrung gewinnen konnten.
Die Serie, die in Deutschland bei RTL2 zu sehen ist, erzählt vom Kampf des US-Geheimagenten Jack Bauer gegen Terroristen und andere Kriminelle - in Echtzeit. Eine Stunde im Leben Bauers entspricht einer Stunde Sendezeit, die ganze Staffel erstreckt sich über einen Tag im Leben des Agenten. Die Serie erhielt am Sonntag auch einen Preis für die beste Regie.
Den Preis als bester Nebendarsteller in einem Drama erhielt Alan Alda für seine Rolle als republikanischer Präsidentschaftskandidat in der Serie "The West Wing". Es war der 26. Emmy für die Serie, die damit einen Rekord aufstellte. Die Serie wurde inzwischen nach sieben Staffeln beendet. Einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einem Drama erhielt Blythe Danner, die Mutter von Oscar-Gewinnerin Gwyneth Paltrow, für ihren Auftritt in der inzwischen ebenfalls eingestellten Fernsehserie "Huff". Megan Mullally bekam die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin in der Kategorie Komödie für ihr Mitwirken in der Sitcom "Will & Grace". Auch von "Will & Grace" gibt es keine neuen Staffeln mehr.
Den Emmy als beste Comedy-Serie erhielt "The Office". Als bester Darsteller in der Sparte Komödie erhielt Tony Shalhoub ("Monk") einen Emmy. Bei den Frauen konnte Julia Louis-Dreyfus den viel zitierten "Seinfeld"-Flucht besiegen, nach dem die Ensemble-Mitglieder der in den USA äußerst erfolgreichen Serie keine erfolgreichen neuen Shows auf die Beine stellen können. Sie gewann für ihre neue Serie "The New Adventures of Old Christine" die goldene Trophäe. Beste Darstellerin in einer Drama-Serie wurde Mariska Hargitay für ihre Rolle in "Law & Order: Special Victims Unit". Zu den weiteren Preisträgern gehörte unter anderen der Sänger Barry Manilow.
Leer ging dagegen Ellen Burstyn aus, deren Nominierung für Aufsehen gesorgt hatte. Burstyn war für ihren nur 14 Sekunden langen Auftritt in dem Fernsehfilm "Mrs. Harris" als beste Nebendarstellerin nominiert. Der Preis ging aber an Kelly Macdonald für "The Girl in the Cafe".
Die schwangere Heidi Klum kam mit Ehemann Seal zur Emmy-Verleihung. Sie überreichte einen Preis, war jedoch selbst für ihre Serie "Project Runway" nicht nominiert.
Durch den Abend führte Komiker Conan O'Brian, der gleich zu Beginn der live übertragenen Show für Aufsehen sorgte. In einem Kurzfilm wurde gezeigt, wie O'Brian an Bord eines Privatjets Champagner trinkt und fragt "Was kann heute Abend schon schiefgehen?". Dann stürzt das Flugzeug auf einer Insel ab, die der aus der Serie "Lost" ähnelt. Kritiker zeigten sich empört über die Absturzszene, nachdem kurz zuvor bei einem Flugzeugunglück im US-Staat Kentucky 49 Menschen ums Leben gekommen waren.
Während der Show wurde der im Juni verstorbene TV-Produzent Aaron Spelling geehrt. Auf der Bühne trafen die "Drei Engel für Charlie" Jaclyn Smith, Farrah Fawcett und Kate Jackson auf Joan Collins und Heather Locklear aus "Denver Clan".
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