Tatort "Blutgeld" vom Sonntag: Ein cooler Kommissar ist nicht genug
VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 26.04.2010 - 08:07Düsseldorf (RPO). Der Tatort "Blutgeld" vom Sonntagabend zeigte viel. Einen schnöseligen Mafia-Paten, russische Auftragskiller, ein Familiendrama, Entführungen und eine Überraschung. Leider hatte der Krimi auch ein Problem: Er funktionierte nicht.
Seien wir fair: Die Latte beim Stuttgarter Tatort liegt wieder ziemlich hoch, seit die beiden neuen Kommissare Lannert und Bootz (Richy Müller, Felix Klare) in der Schwaben-Metropole ermitteln. Daher fällt es umso mehr auf, wenn eine Folge auf der Strecke bleibt.
Die Handlung: Ein Bankangestellter leiht sich Geld bei der Mafia, und kann nicht zahlen. Die Mafia bestellt russische Auftragskiller (!) und tötet Frau und Tochter. Aber (zum Glück?) hat der Mann noch eine zweite Familie. Pech nur, dass diese auch ins Visier der Italiener und Russen gerät. Zwischendurch: Schießereien, Entführungen, Gegen-Entführungen und Richy Müller, der in diesem ganzen Chaos cool durch die Gegend guckt.
Das Problem: So richtig erklärt wird nix. Wie kommt ein Bankangestellter in die Fänge der Mafia? Was genau hat der Mann für die Gangster gemacht? Er habe "Geld gewaschen" und zwar mit "Immobilien", erklärt Lannert knapp. Ach so. Auch die Tatsache, dass der Banker gleich zwei Familien hat, ist schwer zu schlucken. Sollte sie wohl auch. Aber auch hier wird wenig erklärt. Er liebe eben zwei Frauen ganz genau gleich viel, sagt der Mann. Und teuer seien zwei Familien auch. Ach so.
Natürlich dauert es nicht lange, bis auch Kommissar Bootz privat über das Leben, die Liebe und die Ehe nachdenkt. Seine Frau hat nämlich einen Anruf erhalten. Von "Steffen". Man ahnt, dass "Steffen" irgendwie scharf auf die Polizisten-Frau ist. Uiuiui. Aber auch das verläuft im Sande. Dafür dürfen die Schauspieler hin und wieder schwäbeln. "Ich weiß es doch wirklich net", schreien sie. Und spätestens hier riecht es etwas nach altem Bienzle-Muff.
Versöhnlich war immerhin das überraschende Ende. Der Banker wird bei einem Polizei-Zugriff scheinbar erschossen. Alles ein Trick um Mafia und Russen zu täuschen. Richy Müller schweigt zu allem und guckt cool. Retten kann er "Blutgeld" leider nicht. Hoffen wir also auf die nächste Folge aus Stuttgart. Die wird sicher wieder besser. Also: Net verzagen.
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