"Lindenstraße": Else Kling ist bald tot
zuletzt aktualisiert: 11.04.2006 - 12:53Köln (rpo). Sie war von Anfang an dabei, doch in wenigen Wochen heißt es in der "Lindenstraße" Abschied nehmen von Else Kling. Der "Hausdrachen" wird am 28. Mai sterben und damit nach fast 21 Jahren aus der Serie ausscheiden. Die 91-jährige Schauspielerin Annemarie Wendl hört in Folge 1.069 aus gesundheitlichen Gründen auf.
Wendl ist seit Folge 1 im Jahr 1985 dabei und gehört damit zum Urgestein der "Lindenstraße". In insgesamt 712 Episoden hat sie als grantelnde Hausmeisterin und Mutter von Olaf Kling mitgewirkt. "Klar ist, dass Else Kling sterben wird", sagte die Schauspielerin laut WDR. "Das wollte ich so, weil die Figur nicht irgendwo in der Serie weiterleben soll." Den Serientod habe sie mit Produzent Hans W. Geißendörfer durchgesprochen, "und gemeinsam haben wir dann das Ende konzipiert", sagte Wendl. "Es wird ein würdiger und ergreifender Abschied - so viel ist sicher. Wie Else Kling letztendlich stirbt, bleibt aber das süße Geheimnis von Herrn Geißendörfer und mir." Die Schauspielerin hatte früher erklärt, sie wünsche sich für Else Kling kein friedliches Ende, sondern einen Mord: "Aus dem Haus gehen, von einer Kugel getroffen werden - und aus!" Sie befürchte aber, dass Geißendörfer sie "langweilig im Bett sterben lassen" wolle.
Annemarie Wendl musste nach früheren Angaben Geißendörfers oft wegen ihres Gesundheitszustandes Drehtage absagen. Die Schauspielerin sagte in einem am Dienstag vom WDR wiedergegebenen Gespräch, die Entscheidung, sich von der "Lindenstraße" zu verabschieden, sei ihr furchtbar schwer gefallen. "Aber meine gesundheitlichen Probleme und mein Alter zwingen mich dazu. Ich kann einfach nicht mehr." Sie habe Probleme mit dem Laufen. Außerdem habe sie "unglaublich viel abgenommen". Sie sei deswegen nicht in der Lage, regelmäßig zwischen ihrem Wohnort München und dem Drehort Köln zu pendeln.
"Eine der wichtigsten Rollen meines Lebens"
Ihren Entschluss aufzuhören, habe sie 2004 gefasst, sagte Wendl. "Da ging es mir gesundheitlich ganz schlecht - erst ein Schlaganfall, dann mehrere Lungenentzündungen, dazu noch ein angeknackster Halswirbel - es ist fast ein Wunder, dass ich überhaupt wieder auf die Beine gekommen bin."
Else Kling genieße Kultstatus in der "Lindenstraße", sagte die 91-Jährige. Sie sei eine der wichtigsten Rollen ihres Lebens. "Über so viele Jahre ein Biest zu spielen und dennoch beim Publikum anzukommen, war eine große Herausforderung für mich", sagte Wendl. "Und dann die vielen Fans, die mir immer wieder geschrieben und gesagt haben, wie toll sie die Else finden, das ist etwas ganz Einmaliges."
Allerdings sei der Charakter Else Klings sicher kein Teil von ihr, "dazu sind wir zu verschieden", erklärte die Schauspielerin. "Sie hat mir aber zu einer Popularität verholfen, wie ich sie mir in den kühnsten Träumen nicht erhofft habe - und das in einem Alter, in dem die meisten schon im Ruhestand sind."
Viele Zuschauer hätten versucht, sie umzustimmen, berichtete Wendl. "Aber das geht ja gesundheitlich nicht mehr. Bei der großen "Lindenstraße"-Party im Dezember 2005 habe sie sich offiziell verabschiedet: "Und es war wunderschön, noch einmal so viel Zuspruch und Lob und Anerkennung zu bekommen."
Sie werde auf jeden Fall Sonntag für Sonntag die "Lindenstraße" weiterschauen, sagte die 91-Jährige. "Ich muss doch wissen, was mit den Leuten passiert!"
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