Auch Reuters geht: Ende der Fleet Street als Zentrum des Journalismus
zuletzt aktualisiert: 16.06.2005 - 08:58London (rpo). 300 Jahres lang war die Londoner Fleet Street der Dreh- und Angelpunkt des britischen Journalismus. Nachdem nun auch die Nachrichtenagentur Reuters der Straße den Rücken kehrt, verliert sie zunehmend an Bedeutung. Praktisch alle großen Zeitungsredaktionen haben die Fleet Street bereits verlassen.
Der Auszug aus der Fleet Street begann schon Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Büros in stilvollen Altbauten waren nicht mehr zeitgemäß für große Zeitungsredaktionen mit neuester Technologie für den Druck von Massenauflagen.
Die Veränderungen in der britischen Medientradition wurden vor allem vom aus Australien stammenden Zeitungsmagnaten Rupert Murdoch angestoßen, der unter anderem die renommierte "Times" aufkaufte und auch das Massenblatt "The Sun" vertreibt.
Reuters zieht mit seinen 2.500 Beschäftigten in moderne Büros in den Londoner Docklands. In diesem alten Hafengebiet im Osten der Hauptstadt haben sich schon viele Redaktionen niedergelassen. Die vor allem auf Wirtschaftsinformationen spezialisierte britische Nachrichtenagentur verspricht sich von dem Umzug nicht zuletzt Kosteneinsparungen, weil auch die Londoner Büros außerhalb der Fleet Street jetzt alle unter einem Dach vereint werden.
Bei der Reuters-Abschiedsfeier wurde darauf verwiesen, dass nun auch die vielen Stammkneipen der Journalisten weitgehend verwaist sein würden.
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