Weder Tierquälerei eines Aals noch von Goldfischen: Ermittlungen gegen Dschungel-Show eingestellt
zuletzt aktualisiert: 23.03.2004 - 15:29Köln (rpo). Die RTL-Dschungel-Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" trieb nicht nur die Quoten nach oben, sondern auch den Adrenalinpegel vieler Tierschützer. Eine Quälerei der beteiligten Tiere seien die "Dschungelprüfungen" gewesen, wetterten sie. Nun wurden die Ermittlungen in insgesamt vier Verfahren eingestellt.
Die Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft, Regine Appenrodt, erklärte am Dienstag, auch Vorwürfe, die Star-Darsteller Daniel Küblböck und Werner Böhm hätten einen Aal gequält, hätten sich als unzutreffend erwiesen.
Aale stünden als Wirbeltiere zwar unter dem Tierschutzgesetz. Die Tötung zum anschließenden Verzehr, um die es in dem Fall gegangen sei, sei jedoch zulässig, erklärte Appenrodt. Auch einen Verstoß gegen die Tierschutzschlachtverordnung hätten die Ermittler nicht festgestellt. Küblböck und Böhm hatten den Aal mit zwei kräftigen Schlägen getötet.
"Dschungelkönig" Costa Cordalis kommt ebenfalls ohne Buße davon. Gegen ihn war eine Anzeige eingegangen, weil er in der Show in einen lebenden Krebs gebissen hatte. Krebse seien keine Wirbeltiere und fielen somit nicht unter den Tierschutz, erläuterte Appenrodt.
Schon früher hatte die Kölner Staatsanwaltschaft Verfahren gegen RTL wegen Körperverletzung und wegen Quälens von Goldfischen eingestellt, die auf einer Anzeige des früheren bayerischen FDP-Landtagsabgeordneten Dietrich von Gumppenberg beruhten.
Die von Küblböck bei der Dschungelprüfung auf die Erde geschleuderten Goldfische seien nach Intervention des Moderators Dirk Bach gerettet worden, sagte Appenrodt. Auch eine Körperverletzung der freiwilligen Teilnehmer an der Show sahen die Ermittler nicht.
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