Nach Enthüllung von Schleichwerbung: FDP fordert Werbeverbot für Öffentlich-Rechtliche
zuletzt aktualisiert: 02.06.2005 - 14:04Berlin (rpo). ARD und ZDF soll jede Form von Werbung verboten werden. Das fordert die FDP nach der Enthüllung von Schleichwerbung in der ARD-Vorabendserie "Marienhof". Sonst werde es "Missbrauch bis zum St. Nimmerleinstag" geben, sagte der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto.
Ein Werbeverbot würde der "schleichenden Kommerzialisierung der öffentlich-rechtlichen Sender" hingegen Einhalt gebieten, so Otto. Zugleich warf der FDP-Politiker den Kontrollgremien vor, im Falle vom "Marienhof" versagt zu haben. Die ARD-Spitzen rief er auf, in ihren Häusern "für Ordnung zu sorgen" und mehr Transparenz zu schaffen.
Der Fall zeige, dass es ein hohes Maß an Intransparenz zwischen der ARD und ihren Tochterunternehmen gebe. Vor dem Hintergrund des Brüsseler Verfahrens gegen die deutsche Rundfunkgebühr müsse schnellstmöglich für Klarheit gesorgt werden.
Über Jahre hinweg Fälle von Schleichwerbung
Der Branchendienst epd medien hatte aufgedeckt, dass im "Marienhof" über Jahre hinweg geschäftsmäßig Schleichwerbung betrieben wurde. Den Recherchen zufolge vermittelte eine Münchner Beratungsagentur Kunden und sicherte ihnen zu, Einfluss auf Inhalte der "gebuchten" Folgen nehmen zu können.
Darüber hinaus sei es auch in anderen ARD-Serien wie "In aller Freundschaft" zu Product Placement gekommen. Die ARD setzte nach eigenen Angaben eine unabhängige Prüfgesellschaft ein, um die Vorgänge aufzuklären.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







