Bekannt aus "Forsthaus Falkenau": Fernseh-Oma Bruni Löbel ist tot
zuletzt aktualisiert: 05.10.2006 - 14:36Mühldorf (rpo). Bruni Löbel, bekannt als Fernseh-Oma aus dem "Forsthaus Falkenau", ist tot. Seit ihrem 14. Lebensjahr stand die Schauspielerin auf der Theaterbühne, später auch vor der Kamera. Bruni Löbel wurde 85 Jahre alt. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie bereits am 27. September in einem Krankenhaus in ihrem Heimatort Mühldorf am Inn.
Als immer hilfsbereite, liebevolle Oma Herta hat sie sich in die Herzen eines Millionenpublikums gespielt. In der ZDF-Serie "Forsthaus Falkenau" sah Bruni Löbel 17 Jahre lang nach dem Rechten, kümmerte sich um Förster Rombach (Christian Wolff) und seine Familie. "Ich bekomme sehr viele schmeichelhafte Zuschauerbriefe, das fängt bei 8 Jahren an und geht rauf bis 80", freute sich Löbel im April im ddp-Interview über die Resonanz. Mit ihrer Rolle war sie selbst zum Schluss aber nicht mehr glücklich. "Zu dünn" sei ihr Part geworden - und sie habe sich mit den anstrengenden Dreharbeiten "übernommen".
Löbel beschloss, sich mit dem Förster-Wechsel aus der Serie zu verabschieden, drehte ihre letzte Staffel und wollte fortan etwas kürzer treten. Am 27. September starb sie in ihrer oberbayerischen Heimat Mühldorf am Inn in einem Krankenhaus, wie erst am Donnerstag bekannt wurde.
Als Oma Herta können ihre Fans sie ab Freitag (19.25 Uhr) noch einmal in neuen Folgen erleben. Das ZDF strahlt dann die letzte Staffel mit Christian Wolff und Löbel aus, bevor Hardy Krüger Jr. als neuer Förster übernimmt und Oma Herta sich mit ihrem Mann Vinzenz Bieler (Walter Buschhoff) nach Lanzarote verabschiedet.
Bruni Löbel hätte sich zuletzt etwas mehr Einfallsreichtum vom Drehbuchautor gewünscht: "Nur lustig am Kochtopf stehen, bügeln oder Socken stopfen, das wollte ich nicht", begründete sie ihren Ausstieg. Anfangs habe sie noch "eine Mittelpunktrolle" gehabt. "Ich habe die Kinder huckepack ins Bett getragen, mit ihnen gespielt." Zuletzt sei dem Autor dann "speziell für alte Frauen" nicht viel mehr eingefallen, "als dass sie Kaffee kochen oder den Tisch decken" musste.
Noch 2004 auf Theater-Tournee
Auch körperlich hatten die Dreharbeiten der kleinen blonden Dame aber immer mehr zugesetzt. "Es wurde für mich zunehmend anstrengend." 10- bis 14-Stunden-Drehtage hätten auf der Tagesordnung gestanden. In der drehfreien Zeit spielte Löbel dann manchmal auch noch Theater, ging mit dem Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" 2004 sogar auf Tournee.
"Das war alles zu viel, ich litt schon unter Gleichgewichtsstörungen", sagte sie im April. Löbel wollte sich damals eine kleine Auszeit nehmen, trat bald darauf aber schon wieder für die ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" vor die Kamera. Ganz in den Ruhestand verabschieden wollte sie sich nicht.
Dass sie einmal Schauspielerin werden würde, stand für Löbel bereits als Kind fest. Schon mit 14 Jahren wirkte sie in Molières "Der eingebildete Kranke" im Stadt-Theater ihrer Geburtsstadt Chemnitz mit. Als ihre Schauspiellehrerin nach München wechselte, folgte sie ihr mit nicht einmal 18 Jahren gegen den Willen ihrer Eltern, seilte sich dazu aus einem Zimmer im Hochparterre ab.
Mit 18 Jahren bekam die 1,50 Meter große Mimin in dem Ufa-Streifen "Heimatland" ihre erste Filmrolle, der Durchbruch gelang ihr drei Jahre später mit dem Spielfilm "Wenn die Sonne wieder scheint". Ihre große Leidenschaft galt aber dem Theater. Sie stand mit Kollegen wie Curd Jürgens, Martin Held, Gert Fröbe oder Hardy Krüger auf der Bühne.
Buch bleibt unvollendet
Und mit Heinz Rühmann: Mehr als 600 Mal traten sie gemeinsam im Stück "Der Mustergatte" an fast allen größeren deutschsprachigen Theatern auf. Weil sie Rühmann ihr Versprechen gegeben hatte, an seiner Seite zu spielen, verzichtete die Schauspielerin sogar auf einen Sieben-Jahres-Vertrag in den USA. Seit 1954 war Löbel auch im Fernsehen eine viel beschäftigte und beliebte Darstellerin. Regelmäßig übernahm sie ab den 70ern Rollen in TV-Serien.
Für ihre Zeit nach dem Ausstieg aus "Forsthaus Falkenau" hatte Löbel schon ein neues großes Projekt im Auge: Nachdem sie 1995 bereits ihre Memoiren ("Meine Portion vom Glück") und zuvor einen Roman und ein Hörspiel verfasst hatte, wollte sie ein neues Buch über ihr Zuhause, den Habelhof, schreiben. Den alten Bauernhof im oberbayerischen Landkreis Mühldorf hatte Löbel 1962 gemeinsam mit ihrem Mann, dem 1996 verstorbenen Schauspieler Holger Hagen, als Wochenend-Domizil gekauft. Seit 1980 lebte sie ständig dort. "Über diesen Hof gibt es so viel zu erzählen", sagte sie im April. Es sollte auch die Geschichte ihres Mannes werden.
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