Chaotische Frauen: "Freundinnen fürs Leben": ZDF-Film mit Herz
VON VERENA BRETZ - zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 14:33Düsseldorf (RP). Wer eine hat, möchte nie wieder ohne sein: die Freundin fürs Leben. In der Kindheit verleiht sie ihre teuren Rollschuhe, in der Pubertät arrangiert sie eine Verabredung mit dem Schwarm, ein Leben lang ist sie da, wenn sie gebraucht wird. Andrea, Nele und Sophie sind Freundinnen fürs Leben. Und genauso heißt auch der Film, den das ZDF heute zeigt. Die drei Mittdreißigerinnen sind befreundet, seit sie denken können. Jede lebt ihr eigenes Leben, jede kann ohne die anderen beiden nicht sein.
In dem ZDF-Film müssen die drei chaotischen Frauen lernen, dass im Leben nicht alles so läuft, wie sie es sich immer gewünscht hatten. "Mich hat das Bündnis der drei Freundinnen fasziniert", sagt die Regisseurin Buket Alakus. "Ihre Welten, ihre Männer, ihre Wünsche, ihre Enttäuschungen." Andrea (Anja Kling) hat für ihre zwei Kinder den Traum, Schauspielerin zu werden, aufgegeben und zieht die beiden nun alleine groß. Nele (Katharina Wackernagel) ist eine erfolgreiche Anwältin, die mit ihrem Freund Sex nach Plan hat, um endlich schwanger zu werden. Die Dritte, Sophie (Jule Böwe), arbeitet als Ärztin und lässt keinen Mann länger als eine Nacht in ihrer Nähe - bis auf Fritz, das Baby, das sie eigentlich nie haben wollte. Ziemlich weiblich alles.
Deshalb war es für Anja Kling nur logisch, die heiter-melancholische Geschichte auch von einer Frau verfilmen zu lassen. "Das war eine gute Entscheidung. Eine Frau erzählt die Dinge aus weiblicher Sicht", sagt Kling, die ihre Schwester Gerit gleichzeitig als ihre "engste Freundin" bezeichnet. Eine Ansicht, die die Regisseurin so gar nicht teilen mag. "Man muss keine Frau sein, um Frauenthemen erzählen zu können", sagt die 35-Jährige. "Der Regisseur Pedro Almodóvar ist das beste Beispiel dafür." Sie selbst würde sich gerne mal auf klassisch männlichem Terrain versuchen: "Ich würde liebend gerne bei einem Actionfilm Regie führen." Davon ist sie mit "Freundinnen fürs Leben" noch weit entfernt. Ein Kuss auf dem Hochhausdach, ein Autounfall und der Wutausbruch des Kirchenchorleiters - das sind die einzigen Szenen, die man mit viel Wohlwollen dem Actiongenre zuordnen könnte. Trotzdem hofft Alakus, dass ihr Film auch den Männern gefällt. "Die Themen gehen die nicht minder an."
Mit ihrer Rolle als „Irgendwie-kriege-ich-alles-unter-einen-Hut-Frau" konnte sich Anja Kling gut identifizieren. "Andrea ist eine starke Frau und kein Jammertyp", sagt die 36-Jährige. "In diesen Dingen finde ich mich wieder." Katharina Wackernagel hingegen sieht Nele, ihre Filmfigur, kritisch: "Sie ist eine Perfektionistin, manchmal bin ich das auch", gibt die Schauspielerin, die gestern ihren 28. Geburtstag gefeiert hat, zu. "Trotzdem ist mir der Egoismus, mit dem sie ihre Wünsche angeht, nicht sympathisch." "Freundinnen fürs Leben" ist ein Film, der manchmal frech und meistens lustig ist, der aber gleichzeitig nachdenklich macht. "Lachen und Weinen liegen eben manchmal nah beieinander", sagt Buket Alakus. "Das ist im Film nicht anders als im Leben."
Freundinnen fürs Leben, ZDF, Montag, 20.15 Uhr
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