Verjüngungskur verordnet: "GEO" wird zum 30. Geburtstag renoviert
zuletzt aktualisiert: 11.09.2006 - 16:50Hamburg (rpo). Der Hamburger Verlag Gruner und Jahr will seinem Reportagemagazin "GEO" pünktlich zum 30. Geburtstag eine Verjüngskur verordnen. Angesichts von Auflagenverlusten will Chefredakteur Peter-Matthias Gaede vor allem den Anfang des Heftes komplett neu gestalten.
Geplant sind großformatige Fotos schon zum Einstieg und die neue Rubrik "Kosmos" mit kurzen Wissenschaftsberichten und Buchrezensionen. "Wir haben den Einstieg in das Hauptheft einer Komplett-Renovierung unterzogen", sagte Gaede der Nachrichtenagentur AP über die Pläne für das erfolgreichste deutsche Wissenschaftsblatt.
"GEO" war im Oktober 1976 gegründet worden und hat seit dem Auflagehöhepunkt Ende der 90er Jahre mit 530.000 verkauften Exemplaren rund 90.000 Stück verloren auf heute noch 440.500. Allerdings wird der Verlust mehr als wettgemacht durch den Erfolg der vielen "GEO"-Töchter, in Verlagssprache Line-Extensions genannt: "GEO" Saison berichtet über Reiseziele, "GEO" Epoche ist ein Geschichtsmagazin, "GEO" Wissen schreibt über wechselnde Themen aus der Wissenschaft, "Geolino" richtet sich an Kinder und ist mit einer Auflage von 260.000 erfolgreicher als "Bravo" oder "Micky Maus". Mit manchen dieser Töchtern will der Verlag über eine höhere Erscheinungsfrequenz zukünftig wieder mehr Auflage machen.
Zahlreiche "GEO"-Ableger
Das Heft hat sich außerdem in andere Medienbereiche verbreitet: Zur Zeit erscheint ein Themenlexikon, das auch auf "GEO"-Artikeln basiert, "Geolino" hat eine Million Kinderbücher in einer eigenen Edition verkauft, es gibt im Sender "Arte" eine "Geo"-TV-Reportage und eigene Podcasts im Internet.
Das Herz des Ganzen bleibt aber das monatliche Hauptheft, im Verlag am Hamburger Baumwall angesichts der Flut von Töchtern zur Unterscheidung "das grüne GEO" genannt. Auch nach 30 Jahren schwärmen stets einige der bis zu 100 Redakteure in die entlegensten Winkel der Welt aus, um deren Geheimnisse in deutsche Wohnzimmer zu tragen. Bis zu zwölf Wochen arbeiten die Redakteure danach an den Texten, um die hohen Sprach-Ansprüche des Blattes zu erfüllen.
Der Mensch steht im Mittelpunkt
Dennoch hat sich der Schwerpunkt der Themensetzung in den vergangenen Jahren geändert. Statt ferner Länder steht der Mensch im Mittelpunkt. "GEO ist diesseitiger geworden", sagt Gaede und erklärt die neuen Schwerpunkte genauer: "Während GEO früher in erster Linie über entlegene Länder und exotische Kulturen berichtet hat, setzen wir heute vorrangig auf Themen mit größerer gesellschaftlicher Relevanz in unseren Breitengraden. Und auch auf fundamentale Sinnfragen wie jene, 'Warum der Mensch glaubt'". Das Blatt profitiert laut Chefredakteur zur Zeit auch vom aktuellen Boom der Wissensmagazine.
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