Die Siegel sucht den Traummann: Giulia ist sich selbst die Liebste
VON SEBASTIAN QUILLMANN - zuletzt aktualisiert: 17.07.2009 - 09:19Düsseldorf (RPO). Giulia Siegels große Liebe hat einen Namen: Giulia Siegel. Auch ihre männlichen Kandidaten scheinen an sich selbst deutlich mehr interessiert als an ihr. Ein Eiertanz der Egomanen um die Kamera, der dem Zuschauer nichts bringt, außer dem Geschwätz der Beteiligten.
Giulia Siegel hat ein Problem. Niemand will ihr größtes Interesse teilen, nämlich das Interesse an ihrer eigenen Person. Die Zuschauer wollen sie nicht sehen, das zeigen die unterirdischen Einschaltquoten. Ob die männlichen Kandidaten wirklich in ihr Herz gelangen wollen, oder doch nur ins Fernsehen? Daran hegt die 34-Jährige inzwischen selbst erhebliche Zweifel.
Romeos statt Ketzer
Die hat sie wohl zu Recht, wenn man bedenkt, dass Kandidat Stephan die Ernsthaftigkeit seiner Absichten mit den folgenden Worten zu untermauern versuchte: „Was soll ich hier gewinnen? Es gibt kein Geld. Was kann ich hier gewinnen – außer dein Herz?“ Nein, auch das sollte er nicht bekommen. Giulia hat ihn rausgeworfen.
„Stephan möchte lieber mit der Kamera ins Bett gehen“, urteilte Giulia Siegel. Ein ehrliches Interesse an ihr habe er nicht gezeigt. Ihre Selbsteinschätzung ist hingegen tadellos: „Ich probiere mich hier wirklich für jeden zu zerreißen.“ Ein Eindruck, den der Zuschauer nicht gewinnt. Nein, ihr Auftreten legt nahe, dass Giulia schon verliebt ist – in sich selbst.
Kandidat Peter versuchte das bei einem Abendessen auf Mallorca anzudeuten. Er glaube, dass sie „eine Rolle spiele“. Damit war seine Rolle in dieser Sendung beendet. Giulia möchte von ihren Romeos angebetet werden. Da haben Ketzer keinen Platz.
Den nötigen „Respekt vor meiner Person“ hat sie immerhin von Tobias bekommen. Der schwärmte: „Ich find' dich wirklich süß. Ich mag dich wirklich sehr. Und ich möchte dich wirklich, wirklich gerne kennenlernen.“ Bei so viel versicherter Wahrhaftigkeit muss man ihm doch einfach glauben, aber wirklich.
Der ist ja so dankbar
Giulia Siegel jedenfalls fand ihre Selbstliebe in den Äußerungen hinreichend gespiegelt. „Das war sicherlich einer der schönsten Augenblicke in seinem Leben“, sagt sie bescheiden über ihr Rendezvous mit Tobias. Der sei ja so „fröhlich, ausgelassen und dankbar“. Gönnerhafter geht es nimmer. So spricht man sonst allenfalls über einen Hund aus dem Tierheim.
Die Spiele und Gespräche mit den Kandidaten, die selbstherrlichen Interviews, die Abendessen mit kindergartenhaftem Gezänk – spannend ist das alles nicht. Wozu lohnt es sich also, die Serie weiter zu verfolgen? Wohl nur, um festzustellen, wie weit Giulia Siegel ihre eigentümliche Steigerung des Wortes „Mann“ noch treiben wird.
Wir erinnern uns, in der vorigen Folge suchte sie einen „männlichen Mann“, auch „Mann-Mann“ genannt. Nun hat sie festgestellt, Kandidat Hartmut sei „in dieser Runde der Mann-Mann-Mann-Mann“. Will Giulia Siegel dieses Sprachexperiment weiterführen, empfiehlt es sich für Prosieben, einen „Mann-o-Meter“ einzublenden, um die Worthäufigkeit auszuzählen.
Eine Strichliste führen, das hat schon vielen Schülern über langatmige Unterrichtsstunden hinweggeholfen. Bei Zuschauern einer langweiligen Sendung klappt es bestimmt auch. Besser funktioniert allerdings: abschalten.
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