10 Jahre "Zimmer Frei": Götz Alsmann: "Wir haben viele TV-Klassiker übertrumpft!"
zuletzt aktualisiert: 21.08.2006 - 12:40Köln (rpo). Wer eine nette Wohngemeinschaft sucht, muss sich gut präsentieren, damit ihn die anderen aufnehmen. Und weil das im wirklichen leben auch so ist, hat der WDR mit der Sendung "Zimmer Frei" großen Erfolg. Witzige Gespräche, fröhliche Gäste, alberne Spiele und auch mal tiefsinnige Momente bieten Zuschauern und Live-Publikum im Studio unvergessliche Momente mit den Stars. Am Dienstag feiert die Sendung ihr 10-jähriges Jubiläum. Musiker und Moderator Götz Alsmann spricht im Interview über das Erfogsgeheimnis.
Ihre Moderatorenkarriere hatte ja einige Höhen und Tiefen. Hätten Sie sich vor zehn Jahren vorstellen können, ausgerechnet mit "Zimmer frei!" den großen Wurf zu landen?
Überhaupt nicht. Es ist schon ungewöhnlich, dass es eine Unterhaltungssendung zehn Jahre im deutschen Fernsehen gibt. Damit haben wir inzwischen sogar die meisten Klassiker der großen Samstagabend-Shows übertrumpft. Ich denke, die Zuschauer lieben das Improvisierte in der Sendung und dass man bei uns nichts mehr korrigieren oder nachpolieren kann.
Das Gespann Götz Alsmann und Christine Westermann hörte sich zunächst nicht unbedingt nach "Dream Team" an...
Es sollte halt jemand aus der Unterhaltung und jemand aus dem Journalismus sein. Theoretisch wäre also auch die Kombination Karl Moik/Sabine Christiansen möglich gewesen. Letztendlich lautete die Frage beim WDR: Wer hat gerade Zeit für so eine Sendung? Die Vorgabe lautete dann: Macht ihr mal sechs Wochen in der Sommerpause und dann ist Schluss mit "Zimmer frei!". Und in diesen sechs Wochen konnten wir unseren Kritikern dann zeigen, dass wir eigentlich gar nicht so schlecht sind.
Hatten Sie vor "Zimmer frei!" schon Kontakt mit Christine Westermann?
Sie hatte mich mal interviewt, als ich einen Mini-Hit hatte. Originellerweise kann sie sich an dieses Interview aber nicht mehr erinnern.
Wie ist heute ihre Beziehung zu Christine Westermann?
Wir sind befreundet.
Gibt es noch Gäste, die Sie unbedingt mal bei "Zimmer frei!" begrüßen möchten?
Das hatte ich früher mal, allerdings musste ich feststellen, dass einige dieser Traumgäste dann nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen haben. Andererseits gibt es auch Gäste, deren Namen ich vorher noch nicht einmal kannte. Und das sind dann häufig ganz wunderbare Sendungen geworden.
Man sagt, dass einige Gäste richtig Angst vor ihrem Auftritt in der Sendung haben...
Das betrifft häufig Schauspieler. Die sagen dann kurz vor der Sendung: "Hilfe, ich habe ja keinen Text!" Ich kann das auch verstehen, denn wo gibt es das sonst noch, dass jemand eine Stunde ohne Netz und doppelten Boden im Fernsehen zu erleben ist? Andererseits hat es sich inzwischen wohl rumgesprochen, dass wir eigentlich ganz nett sind. Gerade jetzt im Herbst kommen einige Prominente, die sich lange Zeit geziert haben. Da kann es durchaus passieren, dass Christine oder ich sich für eine Stunde in einen Gast verlieben...
Die Gesangseinlagen der Gäste sind Ihre Domäne...
Ja, das stimmt. Manchen Gästen gruselt es davor, aber die meisten wollen auch nicht kneifen, weil sie wissen, das gehört dazu. Das ist oft schön, manchmal auch schaurig schön.
Wie lange wird "Zimmer frei!" noch zu sehen sein?
Das entscheiden letztendlich die Zuschauer. Was ich der Sendung gerne ersparen möchte, wäre ein schleichendes Siechtum, wie man es leider häufig im Fernsehen erleben kann. Wenn es dann eines Tages nicht mehr funktioniert, dann werde ich mit Christine erhobenen Hauptes aus dem Studio gehen können und sagen: "Wir hatten hier eine tolle Zeit."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







