Glamouröse Verleihung: Goldene Kamera: Hollywood gibt sich die Ehre
zuletzt aktualisiert: 10.02.2005 - 11:20Berlin (rpo). Einen Hauch von Hollywood haben Weltstars wie Dustin Hoffman, Bruce Willis, Jerry Lewis, und Goldie Hawn am Mittwochabend nach Berlin gebracht. Sie zählten zu den Preisträgern bei der 40. Verleihung der Goldenen Kamera. Vor rund 1.200 geladenen Ehrengästen erhielten Alexandra Maria Lara und Herbert Knaup die Auszeichnung als beste deutsche Schauspieler.
Mit ihm hatte keiner gerechnet: Plötzlich stand Dustin Hoffman auf der Bühne und nahm strahlend eine Goldene Kamera in Empfang. Erst vor zwei Jahren war er für seine Karriere mit der Trophäe ausgezeichnet worden, dieses Mal reichten ihm 40 Sekunden - für seine Rolle in einem Audi-Werbespot. 1966 habe er bereits einmal Werbung für VW gemacht. "Damals war ich arbeitslos und brauchte Geld. Heute dagegen habe ich mich an das Geld gewöhnt und den Spot deswegen gemacht", sagte er schmunzelnd.
Die Goldene Kamera, der Film- und Fernsehpreis der Zeitschrift "Hörzu", feierte am Mittwochabend in der Ullstein-Halle des Axel-Springer-Verlags ihren 40. Geburtstag. Und brachte bereits einen Tag vor dem Start der Berlinale wieder einmal Hollywood-Flair in die Spree-Metropole. Beispielsweise mit Bruce Willis: In gebrochenem Deutsch begrüßte der 1955 in Idar-Oberstein als Sohn einer Deutschen und eines US-Soldaten geborene Willis die rund 1.200 Gäste. Dies sei für ihn ein Moment der Rührung und echt cool, sagte er emotionslos, legte den rechten Arm auf die linke Brust und verschwand von der Bühne.
Noch routinierter in Sachen Preise müsste der US-Starkomiker Jerry Lewis. Er jedoch zeigte sich professioneller als sein Kollege - und als Charmeur. "Ich habe viele tolle Preise bekommen", sagte der 78-Jährige ohne eine Miene zu verziehen. Dann wandte er sich an die Laudatorin Geraldine Chaplin, die Tochter seines einstigen Komiker-Kollegen Charles Chaplin. "Der heute Abend ist wahrscheinlich der bedeutendste Preis meines Lebens - weil er mir von einer Chaplin überreicht wurde." Dafür erhielt er Standing Ovations des Publikums - und war sichtlich gerührt.
Goldie Hawn auf dem roten Teppich
Auch Goldie Hawn, die mit ihrem Partner Kurt Russell gekommen war, freute sich über die Kamera, die sie für 40 Jahre erfolgreiches Filmschaffen erhielt. Trotz eisiger Temperaturen und eines ärmellosen Kleids ließ sie sich auf dem Roten Teppich vor der Mehrzweckhalle viel Zeit, um Fragen zu beantworten und sich ablichten zu lassen. Kürzer geriet dann ihr Auftritt auf der Bühne. Sie fühle sich sehr geehrt, flötete sie. Leider habe sie aber jetzt ihr ganzes Deutsch vergessen. Ähnlich kurz war der Auftritt der "Rockröhren" Tina Turner und Bryan Adams, die als beste Popsänger ausgezeichnet wurden.
Höhepunkte der knapp dreistündigen Show waren die überraschenden Momente, die viel zu selten vorkamen, da die meisten Preisträger nach und nach bereits in den vorangegangenen Wochen bekannt gegeben worden waren. Voller Rührung nahm Alexandra Maria Lara, die in "Der Untergang" Hitlers Sekretärin spielte, die Kamera als beste Schauspielerin entgegen. "Ich staune selbst, was mit mir in den letzten Jahren so passierte", sagte die 26-Jährige, die zuvor nur wusste, in dieser Kategorie neben Katja Flint und Anica Dobra nominiert zu sein.
Noch überraschter war Jasmin Schwiers, die den mit 20.000 Euro dotierten Nachwuchspreis bekam. Sie könne so spontan nichts Hochintelligentes oder total Sympathisches sagen, erklärte die 22-Jährige und wirkte sympathisch. Und auch Herbert Knaup lächelte: Er gewann in der Kategorie "Bester Schauspieler".
"Großstadtrevier" ist Kult
Die "Hörzu"-Leser durften dann entscheiden, was Kult ist. Die Wahl für die beste Kult-Serie fiel auf die ARD-Produktion "Großstadtrevier", die sich gegen "Schwarzwaldklinik" und "Ein Herz und eine Seele" durchsetzte. Niedlich, wie Sarah Connor ein paar Tränen verdrückte, als sie als beste nationale Popsängerin ausgezeichnet wurde. Dann menschelte es auch noch, als "Die Patriarchin" zum besten deutschen Film gekürt wurde. Produzent Oliver Berben dankte seiner Mutter und Hauptdarstellerin Iris, die wiederum ihren Sohn gratulierte und ganz toll fand.
Mehr oder weniger routiniert agierten die weiteren Preisträger: Die Komödianten Michael "Bully" Herbig und Hape Kerkeling, die boxenden Klitschko-Brüder, der schweizer Tennisspieler Roger Federer und "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust bedankten sich artig und waren einfach nur glücklich. Als Ehrengäste waren unter anderem Kulturstaatsministerin Christina Weiss, Joan Collins, Mario Adorf, Til Schweiger, Marius Müller-Westernhagen und Katarina Witt dabei. Souverän moderierte Thomas Gottschalk die Show, die das ZDF am kommenden Sonntag um 21.45 Uhr ausstrahlt.
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