Teuerster Film in der Geschichte von SAT.1: Grimme-Institut: "Wunder von Lengede" ein TV-Höhepunkt
zuletzt aktualisiert: 21.10.2003 - 16:48Marl (rpo). Die filmische Umsetzung des "Wunders von Lengede" hat das Adolf Grimme Institut in Marl als einen der "TV-Höhepunkte des Jahres" bezeichnet. SAT.1 zeigt den Zweiteiler über das Grubenunglück vor 40 Jahren am 9. und 10. November.
"Der Zweiteiler ist ein grandioses Stück Fernsehen", sagte der Medienwissenschaftler Ulrich Spies am Montag in Marl. Die Rollen seien hochrangig besetzt und die "Action-Szenen" hielten dem Vergleich mit großen Kinoproduktionen stand, erklärte der für den Grimme-Preis zuständige Referent.
Die Schauspieler überzeugten durch Darstellungsleistungen von höchster Glaubwürdigkeit, so Spies weiter. Das kleine Format des TV- Bildschirms werde in vielen Großbild-Szenen durch die emotionale Dichte gesprengt. "Man wünschte sich am liebsten in einen dunklen Kino-Saal vor eine große Leinwand."
Das Fazit von Spies: ""Das Wunder von Lengede" ist eine ansprechende und realistisch anmutende Abbildung einer Lebens- und Arbeitswelt im Nachkriegsdeutschland, die mehrere Generationen in ihren Haltungen, Wertorientierungen und Lebensstilen geprägt hat."
Der Berliner Privatsender SAT.1 wird den Zweiteiler "Das Wunder von Lengede" fast zeitgleich zum 40. Jahrestag der Rettung von elf niedersächsischen Bergleuten am 9. und 10. November ausstrahlen. Der Zweiteiler ist mit insgesamt sieben Millionen Euro Kosten der teuerste Film in der Geschichte des Privatsenders.
Vor 40 Jahren wurden 129 Männer durch plötzlichen Wassereintritt in der Erzgrube "Mathilde" im niedersächsischen Lengede eingeschlossen. Die meisten konnten sich rasch retten. Elf Kumpels wurden erst zwei Wochen später, am 7. November 1963, spektakulär geborgen. Für 29 kam jede Hilfe zu spät.
"Das Wunder von Lengede" schildert die 14 Tage zwischen Hoffen und Bangen. In den Hauptrollen spielen unter anderem Heino Ferch, Jan Josef Liefers, Heike Makatsch, Nadja Uhlig, Armin Rohde und Günter Maria Halmer. Für die Szenen unter Tage wurde ein 80 Meter langer Wassertunnel konstruiert, außerdem musste ein 36 Meter hoher Bohrer nachgebaut werden.
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