Fall "Cicero": Grüne wehren sich gegen Vorwürfe
zuletzt aktualisiert: 03.11.2005 - 07:45Berlin (rpo). Immer noch keine Ruhe im Fall "Cicero": Jetzt weisen die Grünen die Vorwürfe des Journalisten Bruno Schirra zurück. Der Mitarbeiter der Zeitschrift hatte der Partei vorgeworfen, ihn mit einer Anfrage im Bundestag in Lebensgefahr zu bringen. "Wir behaupten keine Tatsachen, sondern hinterfragen die Beziehung zwischen dem Bundeskriminalamt (BKA) und Schirra", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, in Berlin.
Dies geschehe wegen der "etwas nebulösen Aussagen" von BKA-Präsident Jörg Ziercke im Bundestags-Innenausschuss. Dieser habe mehrfach das "besondere Vertrauensverhältnis" zwischen seiner Behörde und dem Journalisten hervorgehoben. Dies solle jetzt genauer untersucht werden.
Beck hatte am Wochenende angekündigt, dass seine Fraktion vom Bundesinnenministerium in einer Kleinen Anfrage Auskunft über die Beziehungen zwischen dem BKA und Schirra verlangt. So soll das BKA offen legen, ob es in der Vergangenheit von Informationen Schirras, der unter anderem im Nordirak und im Nahen Osten gearbeitet hat, profitierte und ob der Reporter gegebenenfalls für diese Informationsbeschaffung Gegenleistungen erhielt.
Schirra wies dies mehrfach zurück. Zudem machte er unter anderem Beck schwere Vorwürfe, ihn mit der Veröffentlichung der Ziercke-Äußerungen in eine ernste Lage gebracht zu haben. In den Kreisen, in denen er über Terror recherchiere, komme die Bemerkung Zierckes "einem Todesurteil gleich", sagte Schirra "Spiegel Online".
Beck betonte, die Grünen hätten von Anfang an auf eine umfassende Aufklärung der Hintergründe für die "unverhältnismäßige Vorgehensweise der Justiz gegenüber dem Journalisten und der Redaktion des 'Cicero'" gedrängt. Auch die Kleine Anfrage an die Bundesregierung diene letztlich der Aufklärung, da die Sondersitzung des Innenausschusses mehr Fragen als Antworten aufgeworfen habe.
Schirra war in den Fokus der Ermittler geraten, nachdem er in dem Magazin "Cicero" einen Artikel publiziert hatte, in dem er ausführlich aus einem internen Papier des BKA zitierte. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam die Durchsuchung sowohl der Redaktionsräume von "Cicero" wie auch der Privaträume Schirras angeordnet, um die undichte Stelle im BKA ausfindig zu machen. Die Staatsanwälte werfen Schirra und "Cicero"-Chefredakteur Wolfram Weimer Beihilfe zum Geheimnisverrat vor.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








